Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

254

Gom  perz.

12.  Euripides  Frg.  793.
Dieser  Ueberrest  des  eui’ipideischen  Philoktet  erscheint
in  den  Hss.  des  Stobäus  (Eclog.  II,  1,  2)  gleichwie  in  den
älteren  Ausgaben  in  folgender  Gestalt:
Zr,~y.  OoV/.O'.c  c/.pyuMq  sv^j.evs’.
caswi;  oiöp.vucO’  siosvai  ~a  oaip.ovwv
ol  TÖvoi  /ElptlivaxTsq  avOplüTOt  AÖfaiv;
ogv.c  vap  y. : j/v.  Osfito  Eraarauöat  ^sp:,
oüoev  Tt  p.aAAOv  oicEv  •))  ttsiOsi  Xeywv.
Die  Fehler  des  ersten  Verses  sind  längst,  das  unattisclie
Qwy.oic  durch  Dindorf(?),  das  ungriechische  apvr/.oic  durch  Nauck
berichtigt  worden,  dessen  treffliches  Qay.oi?  p.«VTtx,6t?  (vgl.  Phoen.
840:  Öaxouuv  ev  Ispoieuv,  oö  p.avTs6op.ai  oder  Soph.  Ant.  999:  Oay.sv
öpviOoay.öxov)  Valckenaer’s  wenig  passendes  äpyjxdic  mit  Recht
verdrängt  hat.  Der  Letztere  hat  das  Verdienst,  an  der  altherkömmlichen ­
  Construction  und  Intei-punction  von  V.  2  und  3
zuerst  Anstoss  genommen  zu  haben,  wenn  er  auch  seinen  übereilten ­
  Vorschlag,  ol  xövSs  durch  övvjtöv  oe  zu  ersetzen  (ad  Ammon,
p.  212)  auf  Heath’s  Einsprache  (Notae  sive  Lectiones  etc.  p.  181)
wieder  zurückzog  (Diatribe  p.  116  a,  b).  Dem  Vers  unter  Beibehaltung ­
  jenes  Wörtchens  eine  verständliche  Construction  abzugewinnen ­
  ist  zweimal  versucht  worden:  von  Heath  (1.  1.),  der
das  Fragezeichen  an  den  Schluss  des  zweiten  Verses  hinaufrückte ­
  und  V.  3  übersetzte:  ,homines  ipsi  sibi  artifices  harum
sententiarum  extiterunt',  und  von  Meineke,  der  avOpü-oic  schrieb
und  den  Vers  also  verstand  (adnot.  crit.):  ,qui  talium  sermonum
  mortalibus  architecti  (auctores)  estisl  Nauck  endlich,  dem
Dindorf,  Heimsöth  (Bonner  Universitätsprogramm,  Sommer  1867,
p.  XIV)  und  Hense  (Kritische  Blätter,  p.  78)  gefolgt  sind,
interpungirt  wie  Heath  und  setzt  oü  an  die  Stelle  von  ol
Die  Entscheidung  über  die  Haltbarkeit  der  Ueberlieferung
sowohl  wie  über  die  Zulässigkeit  dieser  Aenderungen  hängt
im  letzten  Grunde  von  unserer  Auffassung  des  Wortes  %eipt!>-vay.ie?
  ab,  —  ein  Punkt,  über  den  sich  leider  Nauck  sowenig
als  seine  Nachfolger  irgendwie  erklärt  haben.  Das  nicht  eben
häufige  jonische  und  poetische  Wort  kömmt  ausnahmslos  einem
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.