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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

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Gomperz.

OUT  loTIV  OCTl?  7)§SMC  ißf)TWV  ßlOÜV
suxXstav  siaexr^ffaT’,  aXXa  /pv)  xovetv.
Dass  die  Schlussworte  des  ersten  Verses  su-ceXso-tua  sind,  wird
wohl  Jeder  empfinden,  der  mit  der  tragischen  Sprache  der
Griechen  vertraut  ist.  Das  Recht,  an  dieselben  die  bessernde
Hand  zu  legen,  gibt  uns  aber  nicht  sowohl  dieses  dunkle  Gefühl ­
  als  der  von  Cobet  (Novae  Lectiones  576—77)  mit  sieghafter ­
  Klarheit  geführte  Nachweis,  dass  es  ein  Präsens  ßiöto,
ßwuv  in  alter  attischer  Sprache  niemals  gegeben  hat,  falls  uns
nicht  die  Handschriften  des  Stobäus,  die  eben  an  dieser
einen  Stelle  dasselbe  bieten,  für  ausreichende  Bürgen  einer
sonst  völlig  unbezeugten  Sprachform  gelten.  Und  noch  ein
zweites  Unicum  müssen  wir,  wenn  wir  die  zwei  Verse  für  heil
halten  sollen,  einzig  und  allein  auf  die  Autorität  dieser,  nicht
eben  im  Geruch  besonderer  Trefflichkeit  stehenden  Handschriften ­
  hinnehmen—das  Verbum  siay.Täaöa  i,  das  sich  nicht
einmal  in  späterer  Zeit  oder  in  anderen  Dialekten  belegen
lässt.  Seine  Stelle  im  Wörterbuch  beruht  vielmehr  ausschliesslich ­
  auf  diesem  einmaligen  Vorkommen,  während  sich  auch
nicht  der  leiseste  Grund  absehen  lässt,  warum  das  einfache
y.TtfcOa'.  dem  Dichter  hier  nicht  ebenso  genügt  haben  sollte,  wie
an  zahllosen  anderen  Stellen.  All  diesen  schweren  Verdachtsgründen ­
  gegenüber  scheint  auch  mir  wie  Cobet,  Nauck  und
Herwerden  die  überlieferte  Gestalt  dieser  Verse  unhaltbar  und
ich  glaube,  die  Hand  des  Dichters  wiederherzustellen,  indem
ich  schreibe:
OUT,  &JTIV  OOTl?  rjoOV?}?  i^VjXÖV  ߣoV
cüy.Xciav  sit’  STT^aar’,  dXXä  ypr;  xovetv.
Wem  etwa  der  Ausdruck  Yjoovvj?  ߣo;  im  Sinne  des  von  Aristoteles ­
  so  genannten  äxoXauo-f/.b;  ßioq  für  Euripides  allzu  abstract
scheinen  sollte,  der  vergleiche  Bacch.  389—90:  o.os  Ta?  rjau-/ta;
  ßto-oq.  Einen  meiner  Schreibung  des  ersten  Verses  sehr
nahekommenden  Herstellungsversuch  finde  ich  jetzt  zu  meiner
angenehmen  Ueberraschung  in  Nauck’s  Separat-Ausgabe  der
Euripides-Fragmente  (Euripid.  tragoediae  III 2 ,  Lips.  1869,  p.  58),
nämlich:  rjSsos  i^Xw  ßtou,  ein  Versuch,  den  ich  nur  darum  nicht
für  gelungen  halte,  weil  er  uns  nöthigen  würde,  das  von  demselben
Kritiker  früher  gefundene,  überaus  passende  v.-y  im  zweiten
            
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