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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

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Gompe  rz.

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OTitbpa  y,aT«  y.ipvamt  totcv.
Dem  aufmerkenden  Leser  wird  es  schwerlich  entgehen,
dass  der  Hinweis  auf  das  Süsswerden  der  Traube  in  einem
bestimmten  Abschnitt  ihres  Wachsthums  (V.  6)  an  sich  wenig
passend  ist.  Denn  dieser  Vorgang  entzieht  sich  ja  durchaus
der  unmittelbaren  Wahrnehmung,  und  der  Dichter  weiss  doch
im  Uebrigen  die  Entwicklungsphasen  des  Rebstocks  völlig  sachgemäss
  durch  Merkmale  zu  bezeichnen,  die  für  das  Auge  des
Beschauers  offen  zu  Tage  liegen.  Neben  /Xwpov  oivavövjq  SEjjtac,
Stornos  tuttov  und  xäicouepxouTat  dürfte  uns  jenes  yXuy.atvsTai  auch
dann  befremden  —  wenn  es  überliefert  wäre.  Und  ferner:  die
sehr  wohl  zu  entbehrende,  wenn  nicht  gar  lästige  Süssigkeit
hat  ans  jenem  Verse  eine  ganz  und  gar  nicht  zu  entbehrende
Zeitbestimmung  verdrängt.  Denn  warum  sollten  sich,  während
dem  Morgen  und  dem  Abend  je  ein  Entwicklungsstadium  des
Weinstocks  zugewiesen  ist  —-  dem  ersteren  das  Emporschiessen
der  Ranken,  dem  letzteren  das  Ausreifen  der  Trauben  ■—  in
den  Mittag  deren  zwei  zusammendrängen:  das  Erscheinen  der
noch  grünen  Beeren  und  das  Dunkelwerden  derselben?  Warum
sollten  nicht  vielmehr  den  vier  geschilderten  Phasen  des  Wachs-Thums
  ebenso  viele  Zeitabschnitte  entsprechen  —  Morgen,
Mittag,  Nachmittag  und  Abend?  Eben  darauf  weist  aber  in
ganz  unzweideutiger  Weise  die  Ueberlieferung.  Anstatt  des
von  Meineke  (zu  Theocr.  I,  46)  vorgeschlageneh  und  von  Nauck
wie  von  Dindorf  in  den  Text  gesetzten  yXuzalvsxat  (der  Erstere
hatte  früher  xenalvE-tai  vermuthet)  bieten  nämlich  die  Handschriften ­
  und  die  älteste  Ausgabe  der  Euripides-Scholien  (zu
Phoeniss.  227)  übereinstimmend  y.at  xAlvetai.  Darin  aber  gehen
sie  auseinander,  dass  die  Mehrzahl  der  Handschriften  hierauf
ein  vf  folgen  lässt,  während  die  drittbeste  derselben  (der  Parisinus) ­
  statt  dessen  ii,  der  älteste  Druck  endlich  keines  von
beiden  bietet.  Diese  Divergenz  erklärt  sich  am  einfachsten
durch  die  Annahme,  dass  die  Partikel  welche  der  Zusammenhang ­
  gebieterisch  fordert,  hinter  dem  im  Munde  der  Spätgriechen ­
  gleichlautenden  Tat  von  nWvsTat  ausgefallen,  die  Lücke
            
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