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Dem aufmerkenden Leser wird es schwerlich entgehen,
dass der Hinweis auf das Süsswerden der Traube in einem
bestimmten Abschnitt ihres Wachsthums (V. 6) an sich wenig
passend ist. Denn dieser Vorgang entzieht sich ja durchaus
der unmittelbaren Wahrnehmung, und der Dichter weiss doch
im Uebrigen die Entwicklungsphasen des Rebstocks völlig sachgemäss
durch Merkmale zu bezeichnen, die für das Auge des
Beschauers offen zu Tage liegen. Neben /Xwpov oivavövjq SEjjtac,
Stornos tuttov und xäicouepxouTat dürfte uns jenes yXuy.atvsTai auch
dann befremden — wenn es überliefert wäre. Und ferner: die
sehr wohl zu entbehrende, wenn nicht gar lästige Süssigkeit
hat ans jenem Verse eine ganz und gar nicht zu entbehrende
Zeitbestimmung verdrängt. Denn warum sollten sich, während
dem Morgen und dem Abend je ein Entwicklungsstadium des
Weinstocks zugewiesen ist —- dem ersteren das Emporschiessen
der Ranken, dem letzteren das Ausreifen der Trauben ■— in
den Mittag deren zwei zusammendrängen: das Erscheinen der
noch grünen Beeren und das Dunkelwerden derselben? Warum
sollten nicht vielmehr den vier geschilderten Phasen des Wachs-Thums
ebenso viele Zeitabschnitte entsprechen — Morgen,
Mittag, Nachmittag und Abend? Eben darauf weist aber in
ganz unzweideutiger Weise die Ueberlieferung. Anstatt des
von Meineke (zu Theocr. I, 46) vorgeschlageneh und von Nauck
wie von Dindorf in den Text gesetzten yXuzalvsxat (der Erstere
hatte früher xenalvE-tai vermuthet) bieten nämlich die Handschriften
und die älteste Ausgabe der Euripides-Scholien (zu
Phoeniss. 227) übereinstimmend y.at xAlvetai. Darin aber gehen
sie auseinander, dass die Mehrzahl der Handschriften hierauf
ein vf folgen lässt, während die drittbeste derselben (der Parisinus)
statt dessen ii, der älteste Druck endlich keines von
beiden bietet. Diese Divergenz erklärt sich am einfachsten
durch die Annahme, dass die Partikel welche der Zusammenhang
gebieterisch fordert, hinter dem im Munde der Spätgriechen
gleichlautenden Tat von nWvsTat ausgefallen, die Lücke