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Thaner. Zwei anonyme Glossen zur Summa Stepliani Tornacensis. 211
Zwei anonyme Glossen zur Summa Stephani
Tornacensis.
Von
Dr. Friedrich Thaner,
k. k. Universitätsprofessor in Innsbruck.
Der Berliner Codex Ms. lat. in Quart Nr. 193 enthält
die Summa des Stephan von Tournay, 1 jedoch nicht vollständig;
es reicht nämlich die Pars J. auf den ersten acht
Blättern nur bis zur Distinctio 18; Fol. 9 beginnt mit den
Worten possit. Aliud de sacris et maioribm, diese gehören aber
schon zum cap. Latorem 121 C. I. Q. 1.
Tn dieser Handschrift sind nun zum Texte der Summa
von zwei verschiedenen Händen Glossen, meist Band-, hin und
wieder auch Interlinearglossen zugeschrieben; mittelst der
üblichen Verweisungszeichen sind dieselben mit den betreffenden
Worten Stephan’s von Tournay in Verbindung gebracht.
Es liegt also eine glossirte Summa vor.
Die beiden Glossen, obwohl anonym, schienen mir eine
Untersuchung werth zu sein. Obgleich durchaus verschiedenen
Charakters und der Zeit nach um mehr als ein Jahrhundert
von einander entfernt liegend, werden sie doch zur Erläuterung
des nämlichen Werkes verwendet. Dann zeichnen sie
sich aber, insbesondere die spätere, durch eine reiche Benutzung
der vorausgegangenen Literatur aus. Ich beschränke meine
Untersuchung vornehmlich auf Ort und Zeit der Herkunft der
Glossen; den Resultaten derselben füge ich nur einige Proben
1 Ueber die Handschriften s. Schulte Lehrbuch des IC. R. 3. Aufl.
§. 14. Nr. 36.
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