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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

*

160  Aschbach.
sind  einfach  und  ziemlich  gleichförmig.  Nach  der  Anfangsformel ­
  D  M  (Diis  Marabus)  folgt  der  Name  und  Rang  der
Militärperson  (im  Genitiv  oder  Dativ),  welcher  die  Grabschrift
gewidmet  ist,  sodann  der  genaue  Schiffsname  mit  oder  ohne
Beifügung  der  prätorischen  Flotte,  hierauf  die  Angabe  der
Nationalität  des  Verstorbenen,  seines  Lebensalters,  der  Dauer
seiner  Kriegsdienstjahre,  und  nachdem  der  Name  des  Widmers
und  dessen  Eigenschaft  als  Erben,  Verwandten,  Freundes  angegeben ­
  worden,  kommt  die  Schlussformel  B  M  F  (bene  merenti
fecit);  oft  fehlt  auch  F  oder  cs  ist  dafür  P  (posuit)  gesetzt.
Der  Schiffsname  steht  im  Ablativ  mit  oder  ohne  die  Präpositionen ­
  de  oder  ex.  Die  Nationalität  wird  mit  Natione  (abgekürzt ­
  NAT.  oder  N)  und  folgendem  Volksnamen  gewöhnlich
im  Nominativ  ohne  Rücksicht  auf  die  Satzverbindung  bezeichnet. ­
  Bei  den  feststehenden  Formen  konnte  man  sich  Abbreviaturen ­
  der  weitgehendsten  Art  bedienen. 1
Da  in  diesen  Grabschriften  keine  Angaben  von  Kaiserregierungen ­
  oder  Consulatsjahrcn  verkommen,' 2  so  fehlen  die
Anhaltspunkte  für  eine  genaue  chronologische  Bestimmung  in
Betreff  der  Zeit,  wann  sie  gemacht  worden  sind.
Ueber  die  Schiffe,  welche  zu  den  beiden  prätorischen
Flotten  gehörten,  haben  bereits  einige  italienische  Alterthumsforscher ­
  geschrieben.  Da  man  bei  dieser  Sache  fast  ganz  allein
auf  Inschriften  sich  stützen  muss  und  in  neuester  Zeit  das

1  Des  Beispiels  wegen  eine  fingirte  Inschrift  mit  solchen  Abbreviaturen:
D-M
T-FLA  VI  SEVERI
M  C-P  M  III  VIRT
N  DEL'QVALMAXXV
C-IVL1VS  MONTANVS
HBMF
i.  e.  Diis  Manibus  Titi  Flavii  Severi  Militis  Classis  Praetoriae  Misenensis
(ex)  Trireme  Virtute  Natione  Delmata  Qui  Vixit  Annis  L  Militavit  Annis
XXV  C.  Julius  Montanus  Heres  Bene  Merenti  Fecit.
2  Mommsen  hat  mit  Recht  die  Grabschrift  auf  einen  Soldaten  der  misenischen
  Flotte  mit  der  chronologischen  Angabe  Antonino  Aug.  1III  et
Anrelio  II  Cos.  unter  die  falschen  Inschriften  gesetzt  (Inscript,  regn.
Neapol.  Nr.  477),  da,  abgesehen  von  den  sonstigen  auffälligen  Unregelmässigkeiten ­
  in  der  Inschrift  ein  solches  Consulpaar  nicht  vorkommt.
            
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