Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

Die  lateinischen  Inschriften  mit  den  Namen  römischer  Schiffe.

159

Bellona,  Capitolmus,  Demeter,  Dionysos,  Faunus,  Hermes,
Janus,  Jason,  Juno,  Minos,  Mithras,  Osiris,  Perseus,  Phoebus,
Poseidon,  Prometheus,  Proserpina,  Quirinus,  Saturnus,  Tellus,
Theseus,  Thetis,  Vulcanus  u.  a.
Ferner  wurden  Schiffsnamen  beigelegt  nach  Vorzügen,
Tugenden  und  vortrefflichen  zn  mythologischen  Gestalten  ausgebildeten ­
  Eigenschaften,  wie  Ännona  (i.  e.  Ubertas),  Clementia,
Concordia,  Constantia,  Fides,  Fortuna,  Justitia,  Juventus,
Libertas,  Ops,  Pax,  Pietas,  Providentia,  Salus,  Spes,  Triumphus,
Victoria,  Virtus.
Auch  von  den  Strömen  und  ihren  Gottheiten  wurden  die
Namen  entlehnt:  Danubius,  Euphrates,  Nilus,  Padus,  Rhenus,
Tiberis,  Tigris.  Sicher  kamen  auch  die  nicht  nachweisbaren
Namen:  Iberus,  Rhodanus,  Tagus  vor.
Auch  nach  überwundenen  Völkern,  wovon  sich  die  siegreichen ­
  Kaiser  Ehrennamen  beilegten,  trugen  Schiffe  den  Namen,
wie  Armeniacus,  Dacicus,  Parthicus,  Varvaricus.  Es  fehlten
sicherlich  auch  nicht  Ai’abicus,  Britannicus,  Germanicus.
Weitere  Benennungen  wurden  gegeben  nach  Thieren,
besonders  nach  denen,  welche  Gottheiten  als  Attribute  zugesellt ­
  wurden,  wie  Aquila,  Capricornus,  Muraena,  Taurus.  Es
sind  dazu  noch  zu  zählen:  Cervus,  Columba,  Delphinus,  Leo,
Pavo.  Aber  auch  nach  sachlichen  Attributen  der  Gottheiten
benannte  man  die  Schiffe,  wie  die  Namen  Arcifer,  Armata,
Clupeus,  Galea,  Olivus,  Quadriga  darthun.  Nur  der  Name  des
Schiffes  Salainina,  das  wohl  unter  dem  Schutze  der  Athene
oder  des  Heros  Theseus  stand,  kann  in  keine  der  angeführten
Kategorien  eingereiht  werden.
Nach  dem  epigraphischen  Gebrauche  fand  eine  genaue
Schiffsbezeichnung  in  solcher  Weise  statt,  dass  vor  dem  Schiffsnamen ­
  eine  Ziffer  gesetzt  wurde,  um  die  Zahl  seiner  Ruderbänke ­
  damit  anzuzeigen.  Nur  bei  Zweideckern  findet  sich  statt
der  Zahl  II  gewöhnlich  das  Wort  Liburna  (oder  Lib.)  vorgesetzt. ­
  Da  bei  den  prätorischen  Flotten  nicht  selten  gleichnamige ­
  Schiffe  vorkamen,  so  verlangte  es  die  Genauigkeit
noch  beizufügen,  ob  das  Schiff  zu  der  ravennatischen  oder
misenischen  Flotte  gehörte.
Man  verdankt  die  Kenntniss  der  Schiffsnamen  fast  einzig
und  allein  Grabinschriften  auf  Schiffssoldaten.  Diese  Inschriften
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.