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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 79. Band, (Jahrgang 1875)

Die  lateinischen  Inschriften  mit  den  Namen  römischer  Schiffe.

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stand:  jede  Flotte  war  mit  einer  Legion  Schiffssoldaten  (sie
hiess  legio  classica)  bemannt. 1  Dazu  kamen  noch  Tausende  von
Matrosen  und  Ruderknechten.  2
Die  Seetruppen  hatten  eine  längere  Dienstzeit  als  die
Legionäre  und  die  in  die  Auxiliar-Cohorten  und  Alen  eingereihten ­
  Bundesgenossen.  Erst  nach  26  Dienstjahren  erhielten
sie  die  ehrenvolle  Entlassung  mit  dem  römischen  Bürgerrecht
nebst  dem  Connubium  und  sonstigen  Belohnungen. 3
Gewöhnlich  nahm  man  zum  Seedienst  die  Bewohner  von
den  Inseln  und  Küstenländern  des  mittelländischen  Meeres,
vorzüglich  Sardinier,  Corsen,  Dalmatier,  Griechen,  thracische
Besser,  Cilicier,  Syrier,  Aegyptier.
Die  beiden  prätorischen  Flotten  zu  Misenum  und  Ravenna
mögen  zu  manchen  Zeiten  in  voller  Gesammtstärke  (ohne  die
Transportschiffe)  gegen  fünfhundert  Kriegsfahrzeuge  gezählt
haben.  In  dem  ersten  Jahrhundert  der  Kaiserherrschaft  war
ihre  Verwendung  bei  manchen  Kriegen  eine  sehr  lebhafte  und
eingreifende.  In  den  späteren  Jahrhunderten  trat  offenbar  ein
Verfall,  besonders  bei  der  misenischen  Flotte,  ein,  indem  die
Zahl  ihrer  Kriegsfahrzeuge  ziemlich  verringert  wurde.  Dagegen

1  Veget.  1.  c.  Apud  Misenum  et  Ravennam  singulae  legiones  cum  classibus
stabant,  no  longius  a  tutela  urbis  abscederent  et  cum  ratio  postulasset,
sine  mora,  sine  circuitu  ad  omnes  mundi  partes  navigio  pervenirent.
2  Die  Milites  classis  oder  Classici  (Schiffssoldaten)  wurden  von  den  Classiariis
  (Schiffsbedienung)  unterschieden.  Maffei,  Mus.  Veronens.  p.  347.
3  Militärdiplome  oder  ehrenvolle  kaiserliche  Abschiede  für  Seesoldaten  auf
der  misenischen  und  ravennatisehen  Flotte  hat  Cardinali  in  den  diplomi
imperiali  Velletri  1835  abdrucken  lassen.  Die  Missio  honesta  des  Kaisers
Claudius  v.  J.  52  für  Trierarchi  und  Kerniges  qui  militaverunt  in  C1  a  s  s  e
quae  est  Miseni,  Tav.  I,  p.  XV,  die  des  K.  Vespasianus  v.  J.  71  für
Veterani  qui  militaverunt  in  Classe  Ravennate,  Tav.  V,  p.  XXI  (nach
Vernazza  in  den  Memorie  dell’  Accademia  di  Torino,  Tav.  XXIII),  des
K.  Trojan  v.  .1.  109  für  ii,  qui  militarunt  in  classe  [Ravennate  et  Misenensi],
  Tav.  XIII,  p.  XXXII  [theilweise  unecht],  des  Iv.  Hadrian  v.  J.
127  für  ii  qui  militant  in  Classe  Praetoria  Rav  ....  ate,  Tav.  XIV,
p.  XXXIII,  v.  J.  129  für  ii  qui  militaverant  in  Classe  Pr.  Misenensi,
Tav.  XV,  p.  XXXIV,  v.  J.  134  für  ii  qui  militarunt  in  Classe  Praetoria ­
  Misenensi,  Tav.  XVI,  p.  XXXV  (nach  Vernazza  diplom.  di
Adriano  1.  c.),  des  K.  Antoninus  Pius  v.  J.  145  für  ii  qui  militaverunt
in  Classe  Praetoria  Misenensi,  Tav.  XIX,  p.  XXXIX  (Arneth,
zwölf  Mil.  Dipl.  Tab.  8,  p.  59).
            
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