Homerische Studien.
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besessen haben wird, allerdings einen Schwächezustand, einen
Zustand aber, auf welchen wir auch von anderer Seite geführt
werden, wenn wir die uns allerdings nur sehr fragmentarisch
überlieferte Geschichte des Schwächungsprocesses, den Digamma
bis zum völligen Verlöschen durchlief, überblicken. 1
Bei den aeolischen und aeolisirenden Dichtern fungirt das
Digamma ganz wie bei Homer. Es ist bezeichnend, dass unter
den früher mitgetheilten Stellen nur 3 Fälle mit Position sind
(Ale. 11 axlp FsOev, Sapph. 117 xov Fbv xaiSa, Alkm. 36 KuxpiBo?
Fezaxi) neben 9 Fällen nach kurzen, 2 nach langen Vocalen.
Die Stellen bei den Elegikern und Jambographen hat
Renner in Curtius’ Studien I 1 147 ff. zusammengestellt. Wir
ünden Digamma 28 mal nach kurzen, 16 mal nach langen Vocalen
Hiatus tilgend, aber an keiner Stelle, wo es Position
bildete. Der letzte Rest dieser noch bei Homer vorhandenen
consonantischen Kraft ist also erloschen. Allerdings
hätte dies wenig zu bedeuten, wenn die Digammaspuren wie
bei Homer so bei den Elegikern auf nichts als eine mechanische
Nachahmung der in der älteren Poesie vorhandenen,
durch Schwund des Digamma entstandenen Hiaten führen sollten.
Aber einmal zeugen Grammatiker wie Tryphon. xd0. Xe!;. 11
und Priscian für das Digamma im jonischen Dialekt; ein inschriftliches
Zeugniss haben wir früher (S. 42) besprochen.
Was aber wichtiger ist, aus einer ganz analogen Corruption
des graphischen Zeichens F bei Theognis in Cod. A V. 548,
574 und 413, wie sie uns die Verse der aeolischen Dichter
vielfach zeigen, hat man scharfsinnig erkannt, dass ursprünglich
süFspyscr^ und FoÜvoc geschrieben stand.
Eine reichere Einsicht verspricht Pindar, dessen Siegeslieder
ich nach Mommsen’s Ausgabe, welche das Zeichen F neu
eingeführt, darauf hin durchgesehen. Ich glaube nicht, dass
vereinzelte Hiaten vor folgenden Wörtern für das Digamma im
Anlaut dieser beweisen:
0 V 11 xe ’Xlavtv, 0 VII 78 xs ’ldXucrov, 0 V 18 peovxa ’IoaTov,
0 IX 112 oaixl ’IXtdSa, I I 8 dXtepy.ea ’IuOp.ou und I I 28
1 Die interessanten Resultate, welche die Durchmusterung der Hymnen
und Hesiods ergaben, verlangen bei der bekannten Beschaffenheit dieser
Texte, eine eingehende Specialuntersuchung für sich.