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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

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Härtel.

Poesie  hohes  Alter  und  starre  Erhaltung  verbürgen;  ich  verweise ­
  nur  auf:
-  206  ijAuBov  shtoarö)  Iist  e?  Ttatpioa  yaiw,  und  3  mal
E  470  &q  etowv  ofopuve  pivo?  vuxl  Ovp.bv  sxacj-cu,  und  10  mal
H  68  otpp’  slxo)  -y.  p.E  Oup-bs  evl  avf,Qsuui  -/.eAsüei,  und  9  mal
0  35  v.m  [mv  ywfysaus'  £~sa  irrsposvi«  icpo;Yj6Sa,  und  9  mal
o  706  c4s  o£  o'f)  (mv  ebtewnv  dp.siß6p,£V0i;  ^po^estus  u.  ähul.  7  mal
o  577  vyj«?  p.sv  Ttd(Mipü)TOV  epöocraixev  ei?  aXa  Stav  oder
A  141  vuv  o’  dys  vvja  p,£Xaivav  epüccöpEv  y.~A.  7  mal.
Zu  beachten  bleibt  auch,  dass  derartige  Fälle  gleichmässig
über  die  ganze  Ilias  und  Odyssee  hin  verstreut  sind,  und  für
die  Ursprünglichkeit  des  Digamma  in  der  Homerischen  Dichtung ­
  spricht  endlich,  dass  ein  blosses  Wiederholen  und  üopiren
der  prosodischen  Eigenheiten  einer  älteren,  in  der  damaligen
Sprache  nicht  mehr  begründeten  Technik  vor  Fehlern  und  Missgriffen ­
  nicht  geschützt  hätte.  Nun  finden  wir  aber  Präfigirung
eines  Digamma  gegen  evidente  Etymologie  nur  ganz  vereinzelt,
zum  deutlichen  Beweis,  dass  die  Sprache  des  Lebens  Ohr  und
Mund  der  Sänger  treu  geleitet.
Nur  wer  Alles  über  einen  Leisten  schlagen  und  das
griechische  Digamma  mit  dem  in  der  Regel  Position  bildenden
lateinischen  v  identificiren  will,  wird  sich  vor  der  Folgerung
sträuben,  welche  die  Thatsachen  an  die  Hand  geben,  die  aus
den  aeolischen  Dichtern  gezogene,  von  Priscian  mitgetheilte
Theorie  bestätigt  und  für  welche  wir  uns  auf  eine  früher
(S.  18.  22)  festgestellte  Analogie  im  Innern  der  Worte  berufen
können,  dass  Digamma,  wie  es  in  Homerischer  Zeit  erklang,
eine  in  Thesis  gestellte  Sylbe  nicht  zu  längen  vermochte.
Diese  Folgerung  müsste  ganz  undenkbar  sein,  wenn  wir  den
andern  Hypothesen  den  Vorzug  geben  sollten.  Aber  wir  dürfen,
um  physiologisch  den  Vorgang  zu  verstehen,  nur  das  im  Lateinischen ­
  hinter  q  sich  entwickelnde  v  in  que  u.  dgl.  auf  die  Zunge
nehmen,  und  werden  den  zarten  Laut  empfinden,  der  zwar  den
Zusammenstoss  der  Vocale  zu  mildern,  so  wenig  aber  wie  v  in
qv  Position  zu  bilden  vermag,  wenn  nicht  eine  Unterstützung
von  anderer  Seite  hinzukommt.
Dieser  Laut  bedeutet  dem  vollen  Consonanten  gegenüber,
den  wohl  das  Griechische  wie  die  verwandten  Sprachen  einst
            
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