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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

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H  artel.

Lvpsiae  1866)  auf  und  reclamirte  neuerdings  für  Digannna  die
Rechte  eines  vollen  Consonanten,  wie  es  scheint  erfolgreich,  indem
dagegen  kein  Widerspruch  laut  wurde.  Wenigstens  sieht  Knös
in  den  Fällen  der  Elision  und  Positionsvernachlässigung  eben  so
viele  Beweise  der  Nichtexistenz  des  Digamma.  Auch  Cauer,  der
in  Curtius’  Stud.  VII  103  de  jivonorninum  personulium  formis  et
um  Homerico  im  Anschluss  an  Knös  handelt,  stieg  kein  Zweifel
auf,  den  gerade  die  Formen  des  Pronomens  erregen  müssen.
Allerdings  gehen  Bekkcr’s  Restitutionsversuche  des  Digamma ­
  voraus  und  zahllose  derselben  fussen  auf  der  Ueberzeugung,
  welche  auch  Rumpf  in  seiner  sonst  trefflichen  Beurtheilung
der  Bekkerschen  Textesänderungen  (JJ.  1860)  nicht  zu  bestreiten
suchte,  dass  Digamma  die  Rechte  eines  vollen  Consonanten  nach
aussen  hin  geniesse;  nur  nach  innen  soll  es,  wie  Fvjvoavsv  F^vawev
zeigen,  solche  Kraft  verloren  haben,  indem  diese  und  andere  Formen ­
  ohne  jeden  Einfluss  des  consonantischen  Anlautes  sich  bilden.
Bekkcr  fasst  seine  Meinung  in  die  Worte  (Hom.  Bl.  1132  =
Mon.  Ber.  1857,  S.  141):  ,Das  Digamma,  überall  im  Untergehen
begriffen,  hat  unter  andern  Ab  Schwächungen  auch  die  erlitten,
dass  esConsonant  nur  nach  aussen  geblieben  ist,  Position  machend
und  Hiatus  tilgend,  nach  innen  aber  zum  Spiritus  geworden,
der  sich  im  Anlaut  der  Praeterita  mit  temporalem  Augment
und  gegebener  Länge  begnügt',  und  nimmt  an  Stellen,  wo  seine
Heilmittel  versagen  und  dem  Digamma  weder  zu  einer  Position
noch  zu  einem  Hiatus  verholten  werden  kann,  nur  Symptome
wahr,  die  trefflich  stimmen  ,zu  all’  den  übrigen  Ungleichheiten
und  Unverträglichkeiten,  zu  Widersprüchen,  die  seit  Jahrtausenden ­
  laut,  und  noch  immer  nicht  laut  genug,  zeugen  für  die
ursprüngliche  Verschiedenheit  der  Lieder,  welche  Pisistratus
und  seine  Freunde  in  die  zwei  grossen  Gedichte  zusammengelegt, ­
  non  bene  iunctarum  discordia  semina  rerum 1  (a.  a.  0.  134).
Die  Erwägung,  dass  es  bei  so  viel  Ungleichheiten,  als  trotz
der  kühnsten  Aenderungen  noch  übrig  bleiben,  auf  einige  mehr
nicht  ankomme,  hat  Bekkcr  in  seinem  Verfahren  nicht-  gestört.
Und  so  ist  denn  wohl  nie  auf  einer  schwankenderen  Grundlage ­
  —  von  der  etymologischen  Begründung  ganz  abgesehen,
deren  Schwächen  besonders  Leskien  beurtheilt 1  —  ein  massigerer

1  Andere  Arbeiten  über  den  Gegenstand  werden'  wir  gelegentlich  berücksichtigen. ­
  Savelsberg’s  treffliche  Arbeit,  welche  das  inschriftliehe
            
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