Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

514

Goldzilie  r.

der  Differenzpunkte  si'itischer  und  sunnitischer  Anschauung
angeführt  zu  werden  verdient.  Das  Gedicht  ist  nicht  weniger
interessant  als  das  Buch,  in  welchem  ich  es  gefunden  habe.
Das  Buch  ist  betitelt:
Die  Tendenz  dieses  Werkes,  welches  der  umgearbeitete ­
  Auszug  eines  grösseren  Buches  ist,  ist  die,  das  Bemerkenswertheste ­
  davon,  was  in  der  arabischen  Literatur  und  Geschichte
über  das  Thema  Liebe  bekannt  ist,  nach  Kategorien  zu  sammeln ­
  und  zusammenzustellen.  Auch  ,Berühmte  Liebespaare*
fehlen  nicht;  es  werden  aus  der  alten  und  neueren  Geschichte
der  Araber  jene  Paare  vorgeführt,  deren  Liebe  sprichwörtlich
geworden  und  einem  so  schönen  Stück  arabischer  Poesie  Leben
gegeben  hat.  Das  Buch  ist  in  der  kais.  Hofbibliothek  handschriftlich ­
  vorhanden  (N.  F.  78)  und  Flügel  hat  in  der  Beschreibung ­
  dieser  Handschrift  (Katalog  Bd.  I  p.  391—394)
über  den  Inhalt  des  Buches  genug  erschöpfend  referirt.  Nur
hat  der  gelehrte  Katalogist  darin  geirrt,  was  er  vom  Verfasser
sagt.  ,Der  Verfasser  war  —  so  sagt  Flügel  —  offenbar  ein
Christ  oder  Jude,  w r eil  auch  das  Datum  nach  dem  Monate
des  Sonnenjahres  beigefügt  ist.*  Ein  Blick  in  das  in  Rede
stehende  Werk,  welches  seitdem  auch  in  Kairo  durch  'Abd-algani
  Efendi  Film  lithographirt  wurde  (1279),  genügt,  um  uns
davon  zu  überzeugen,  dass  der  Verfasser,  Daüd  b.  'Omar  al-Basir
  al-Antaki,  weder  Jude  noch  Christ,  sondern  Muhammedaner ­
  war.  Das  erste  Capitel  z.  B.  ist  der  muhammedanischen
  Tradition  gewidmet,  indem  zusammengestellt  wird,  was
aus  dieser  über  das  Capitel  Liebe  zu  schöpfen  ist  und  die
Tradition  wird  immer  in  jener  bekannten  Weise  angeführt,  in
welcher  sich  die  Muhammedaner  auf  diese  geheiligte  Quelle
ihrer  Religion  beziehen.  Auch  sonst  werden  muhammedanische
Autoritäten  mit  der  üblichen  Eulogie  angeführt,  welche  weder
ein  Jude,  noch  ein  Christ  gebraucht  hätte.  Dass  er  kein  Christ
war,  dafür  genügt  der  Hinweis  auf  die  Worte
all!,  welche  man  in  dem  Buche  (p.  ("PT  der  Lithographie)
finden  kann.  Hingegen  war  er  bewandert  in  den  Religionsschriften ­
  des  orientalischen  Christenthums,  dessen  Institutionen
und  Lehren  ihm  sehr  geläufig  waren,  wie  aus  p..  PTP—PT*I
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.