Beiträge zur Literaturgeschichte der Si f ä und der sunnitischen Polemik. 499
So bekennen sie sieh denn zur Herrschaft eines ungerechten,
hurenhaften, der Sodomie und dem Weine ergebenen und sich
durch das .Religionsgesetz gar nicht beschränken lassenden
Sultans, und lehren, dass die Freitagspredigt auf seinen Namen
zu halten ist, dass Bündnisse, Ehen und sonstige religiöse Pacte
und Angelegenheiten nur mit seiner Erlaubniss zu schliessen
sind. Ihr Kadi erkauft sein Amt von den Sultanen und nimmt
frank und frei Bestechung an, obwohl darin alle Muslimin
übereinstimmen, dass dies verboten ist.' 1
Dieselbe Beschuldigung, welche die Sunniten in Betreff
der Entstehungsgeschichte der si’itischen Dogmatik erheben,
weist er auf die Gegner zurück und zuförderst auf den Religionsphilosophen
al-As'ari. Wir haben bereits oben einige Proben
davon gesehen, in welchem Ansehen dieser Begründer der sunnitischen
Dogmatik bei den Gegnern steht. ,Die Quelle der Wissenschaft
der As'ariten', sagt unser Verfasser, 2 ,ist die Mu'tazilä,
wie männiglich bekannt ist. Sie tadeln und schmähen aber nichtsdestoweniger
ihre Lehrmeister, sowie man Gerste isst und hinterdrein
tadelt JA«.j JmJS L*il); Abu-l-Hasan
al As'ari sagte sich nur desswegen von seinem iriu'tazilitisehen
Lehrer los und zeigte sich nur desswegen gegen den äusseren
Wortsinn einiger seiner Behauptungen abgeneigt, weil er sich gerne
den Anschein der Selbstständigkeit gegeben hätte und sich darnach
sehnte, Schulhaupt eines kleinen Häufleins von Unwissenden
zu sein. Wenn du die Lehrmeinungen al-As'ari’s genau untersuchst,
wirst du linden, dass sein ganzes System in der Luft fliegt/
Neben der Dogmatik des Sunnismus ist es hauptsächlich
auch das tikh desselben, welches der Verl', nicht aufhört zum
> Blatt 4fi7 V. äiiLia. &£SZ.j
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Wahrscheinlich soll diese Charakteristik direct auf den damals regierenden
Scheibanidensultan 'Abdallah gehen.