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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

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G  o  ldzih  er.

,Sie  zertrümmerte*  sagt  er  weiter,  ,<lie  Säulen  des  Gesetzes,  zerbrachen ­
  die  Rippen  der  Religion,  schnitten  ihre  Fittige  ab,
beraubten  ohne  Scheu  die  Familie  des  Propheten  ihres  Rechtes
und  plünderten  das  Erbgut  Fätimä’s  ohne  Erbarmen  und
stemmten  sich  aus  grenzenloser  Unwissenheit  und  Verstocktheit ­
  dem  allein  berechtigten  Chalifen  entgegen.'  ,Diese  Verstocktheit ­
  ist  nicht  zu  bewundern  bei  Leuten,  welche  den
grössten  Theil  ihres  Lebens  in  der  Anbetung  von  Götzen  zubringen; ­
  es  ist  nicht  der  erste  Topf,  welcher  im  Islam  zerbrochen ­
  ward.  Dieselbe  Widerspänstigkeit  ist  es,  welche  die
Genossen  Moses’  ihrem  Propheten  entgegensetzten,  als  dieser
auf  den  Berg  al-Tür  stieg  und  die  Genossen  alle  von  den
Söhnen  Israels  irre  gingen  und  irre  leiteten  und  mit  al-Sämiri
in  der  Anbetung  des  Kalbes  übereinstimmten.'  ,Es  kömmt
bei  den  Sunniten  hauptsächlich  nur  darauf  an,  dass  sie  die  Gelehrten, ­
  welche  sich  Leute  der  Sunna  nennen,  hochhalten
und  sich  zu  ihrer  Verehrung  bereit  zeigen.  Darum  benehmen
sie  sich  den  Gelehrten  der  Si'ä  gegenüber  stets  feindlich,  weil
sie  entgegengesetzte  Lehren  bekennen.  Diese  einzig  wahrhafte
Secte  hatte  es  mit  mächtigen,  unwissenden  und  thörichten
Feinden  zu  thun,  mit  kräftigen,  wahnwitzigen  und  gewaltigen
Widersachern,  mit  Besitzern  von  Schwert  und  Speer,  Hass  und
Groll,  Ungerechtigkeit  und  Hochmuth,  Gehässigkeit  und  Lieblosigkeit, ­
  Unglauben  und  Verstocktheit.'  1  ,lhre  (der  Sunniten)
Gelehrte  hielten  es  in  den  meisten  Zeiten  mit  denjenigen  Königen ­
  und  Fürsten,  welche  ihren  Glaubenslehren  beistimmten;
es  ist  ihnen  nicht  fremd  gewesen,  die  Wahrheit  zu  verbergen
und  die  Lüge  zu  bekennen  aus  weltlicher  Habgier  und  aus
Lust,  die  Umajjaden  und  'Abbasiden  für  sich  zu  gewinnen  und
die  Herrscher,  welche  nach  diesen  folgten  in  der  Beherrschung
der  Menschen  und  der  Länder  und  welche  sehr  viel  Ungerechtigkeit ­
  und  Uebel  anstifteten.  So  können  wir  in  unseren  Tagen
mit  eigenen  Augen  sehen  in  dem  grössten  Theil  von  Rum,
Mä-warä-n-uahr  und  anderen  Ländern,  welche  von  sunnitischen
Regenten  beherrscht  werden,  dass  die  Gelehrten  dieser  Länder
das  Gesetz  dem  Willen  der  ungerechten  Regenten  unterordnen,
da  sie  den  Unwillen  des  Herrschers  nicht  erregen  möchten.

1  C  131.  2  ructo.
            
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