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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

Homerische  Studien.

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gerathen),  wenn  wir  von  vj  und  •!)  ab  sehen,  42  mal  gefunden
werden.  Entschuldigt  schienen  uns  viele  Fälle  theils  durch  ihre
Stellung  im  Vers,  durch  die  Cäsurpausen  nach  der  ersten  und
vierten  Senkung,  theils  durch  den  starken  Ton  (S.  46  =  372  ff.).
Unter  diese  vielen  gehören  sämmtliche  starke  Ausgänge,  von
denen  nur  5  auf  die  zweite,  2  auf  die  dritte  Senkung  kommen
(X  286  cw  ev  -/pot',  tc  438  crw  ulsi).  Von  den  diphthongischen  Ausgängen ­
  stehen  28  in  der  ersten,  23  in  der  vierten  Senkung,
aber  14  in  der  zweiten  und  7  in  der  dritten,  und  von  diesen
21  Hiaten  entschuldigt  kaum  den  einen  oder  andern  ein  Wörtchen
mit  besserer  Betonung  (a.  a.  0.  374).
Diese  Umstände  scheinen  mir  anzudeuten,  dass  gerade
in  der  diphthongischen  Natur  dieser  sonst  so  leichten  Endungen
etwas  lag,  was  den  Hiatus  milderte,  dass  man  nicht  in  eu  |  expetpov
II  191,  oüSoD  |  l£e  8  718,  zai  |  Ivv^y.ovxa  i  174  u.  s.  w.  scharf
abgetrennt  vocalischen  Aus-  und  Anlaut  articulirte,  sondern
denselben  zusammenfliessen  und  hinter  i  und  u  jenen  weichen
consonantischen  Laut  vernehmen  liess  (süFexpeijov,  oucouFKs,  zai/evvvjzovTa),
  der  im  Innern  des  Wortes  in  BazsüFa,  EuFayöpo),  zaxearxe6-Faas
  u.  s.  w.  erklang,  und  welcher  sich,  physiologisch  betrachtet,
unwillkürlich  einstellt,  wenn  man  statt  Verschluss,  d.  i.  Hiatus,
nur  Enge  bildet.  Wie  auf  diese  Art  auch  der  Widerstand,
den  u  und  i  der  Elision  entgegensetzen,  sowie  die  Häufigkeit
dieser  Ausgänge  vor  vocalischem  Anlaut  verständlich  wird,
werden  wir  später  noch  zu  betrachten  haben.
Immer  sind  das  überaus  seltene  Fälle  gegenüber  jenen
massenhaften  Erscheinungen,  wo  das  i  und  u  der  diphthongischen ­
  Auslaute  oi  ai  ei  ou  eu  vor  vocalischem  Anlaut  so  vollständig ­
  zu  verklingen  scheint,  dass  dieselben  zu  prosodiscben
Kürzen  im  Verse  herabsinken.  Nachdem  wir  die  nahe  Verwandtschaft ­
  der  weichen  Vocale  mit  den  Spiranten  und  das  in
der  Homerischen  Sprache  noch  überaus  lebendige  Gefühl  für
diese  Verwandtschaft  nachgewiesen  und  gesehen,  wie  leicht
dieselben  auf  rhythmische  Impulse  reagiren  und  in  einander
übergehen,  wird  man  die  Erklärung  nicht  abweisen  können,
dass  i  und  u  in  ai  oi  ou  u.  s.  w.  nicht  vocalisch  klangen  oder,
wenn  ein  Rest  ihres  vocalischen  Gehaltes  zurückblieb,  sie  als
irrationale  Vocale  vorausgehendes  a  so  leicht  färbten,  aber
mit  ihm  nicht  eine  Länge  zu  bilden  vermochten,  sondern  dass
            
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