Beiträge zur Literaturgeschichte der Si f ä und der sunnitischen Polemik. 481
und Rituallehre anführt. Er beschuldigt ferner die vier Imame
damit, dass sie dem klaren Ausdrucke des Korans zuwider
lehrend
,Der Verfasser treibt diese seine Beschuldigungen auf’s
Aeusserste, ohne dass mir bekannt wäre, dass auch nur einer
von den Gelehrten der Sunna sich in einem eigens zu diesem
Zwecke abgefassten Buche mit der Widerlegung seiner Worte
und Beschuldigungen beschäftigt hätte. Dass sie dies vernachlässigen,
kann zweien Gründen zugeschrieben werden: entweder
nämlich linden sie es nicht der Mühe werth, sich mit
seinen und seines Gleichen Werken zu beschäftigen, da der
grösste Theil derselben den Charakter des Hochmuthes und
des Fanatismus auf der Stirne trägt; .... oder weil das Durchsprechen
aller dieser Reden die Wiederholung und Verbreitung
derselben zur Folge haben könnte, so dass dieser Unsinn noch
in weiteren Kreisen bekannt und dasjenige, wovon man sich
abwenden sollte, noch mehr offenkundig würde. Dabei war
keine Veranlassung zur Widerlegung dieser Behauptungen, denn
die Zeit war seitdem befreit von dem Uebel der Ketzerei.
Die Gewohnheit der berühmtesten Gelehrten des Islam ist denn
auch, sich nur dann in die Abfassung von Büchern einzulassen,
wenn das Interesse der Religion dies unabweislich fordert . . .
Als ich aber Einsicht genommen in den Inhalt dieses
Buches und darüber nachdachte, da war gerade eine Zeit, in
der die Ketzerei der imamitischen Secte wieder emporkam und
so weit Oberhand gewann in den Ländern, dass sie daran war,
die Spur der Bücher der Sunna zu vertilgen, sie in’s Wasser
zu werfen, zu verbrennen und zu zerreissen. Da dachte ich
mir, die Schlechtigkeit der Zeit könnte es veranlassen, dass
die Imame des Irrthums in der Folgezeit eifrig betreiben, es
vielleicht sogar zum Grundbuch ihrer verderblichen Secte und
durch dasselbe ihr Ziel, nämlich die Lästerung der Sunniten,
desto sicherer erreichen werden, indem sie dasjenige unter die
Leute bringen, was dieses Buch über die Hinfälligkeit der
Ansichten der Imame der as'aritischen Schule enthält, und dem
unwissenden Publicum den Glauben beibringen werden, jene
gleichen den Sophisten und es sei nicht in Ordnung, sie als
Leiter anzuerkennen. Dies wäre dann Veranlassung zur Unterdrückung
der Grundsätze der sunnitischen Richtung. Deswegen