Beiträge zur Literaturgeschichte iler Si'ä und der sunnitischen Polemik. 461
dort, wo sie sich eingebürgert und durch nebensächliche Interessen
angefacht wurde, die Form von confessioneller Verschiedenheit
annahm. Dies ist aber im vorderen Islam nicht
der Fall. Die Scheidung ist allerdings theoretisch vorhanden,
aber in der Erscheinung ist die Scheidewand kaum zu ziehen.
Es gibt zwischen den beiden Richtungen so viele Mittelstufen,
dass sie sehr leicht in einander aufgehen. Im Sunnismus gibt
es eine Richtung, die bei aller Achtung vor dem Chalifate,
die besondere Bevorzugung 'Ali’s und seiner Familie bekennt,
neben der extremen Richtung derjenigen, welche diese Familie
entschieden verdammen. Die erstere vermittelt zwischen Sunne
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und Si'ä. Ebenso gibt es auch innerhalb der Si'ä eine Richtung,
welche neben der Bevorzugung der o-yJI und dem
Glauben an die Rechtmässigkeit eines 'alidischen Chalifats, das
fait accorupli und den Umstand, dass das historische Chalifat
die Genossen des Propheten unter seinen Vertretern zählte,
würdigend, die Lästerung der meidet. Si'itischerseits ist
diese Richtung der Uebergang zum Sunnismus. Dies in Betracht
ziehend, werden wir es verstehen, wenn wir unter den
si'itischen Gelehrten eine ganze Masse linden, von denen es heisst,
sie seien I^juoIc gewesen, 1 was ungefähr mit Sunnite
gleichkömmt; oder sie hätten auch Bücher iboL«.JI
geschrieben 2 oder bei Gelehrten der iboLc studirl; 3 und wählen
auch zuweilen in ihren Berichten sunnitische Autoritäten, 1
1 List, of Sh. b. nr. 53 joolatjl ^yO ^bj
dennoch verfasste er: cjLo l.SVi.'iH .^ äy.XS'
und jjyiJLäsJt «jöKJI
2 ibid. nr. 559.
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