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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

Beiträge  zur  Literaturgeschichte  der  Si'ft  und  der  sunnitischen  Polemik.  455

sein  dürfte:  Ein  Hi'i  tritt  vor  seinen  dukkän  und  fragt:  ,ändak
as-Sawä'ik  al-muhrika  li  ihn  TTagar?‘  (Das  J  als  läm  auctoris.)
Der  alte  Buchhändler  antwortet:  ,muhrika  läkum  ja'ni  ja  sidi!‘
(Das  J  in  |*X)  als  ixJ  jȟ).
Ein  Si'ite  schrieb  gegen  die  ,  Sawä'ik  ‘  eine  Refutation
unter  dem  Titel  !  ^LsyJl }  wogegen
wieder  der  mälikitische  Gelehrte  Ibrahim  b.  'Amir  al-'Ubeidi
eine  Antipolemik  schrieb,  welche  auch  in  Kairo  durch  die
seitdem  eingegangene  literarische  Gesellschaft:  gem'ijjat  alma'arif
  gedruckt  worden  ist.  1
Jedoch  beschäftigt  sich  Ibn  Hagar’s  Buch  in  allen
seinen  elf  Kapiteln  und  dem  Schlussworte  bloss  mit  der  politischen ­
  Frage,  nämlich  mit  der  Besprechung  des  ablehnenden
Verhältnisses  der  Si'iten  gegen  das  sunnitische  Chalifat  und  mit
den  Traditionen,  welche  die  Beschimpfung  der  Genossen  verpönen
  und  ihre  Hochhaltung  anempfehlen.  Eigentlich  Dogmatisches ­
  und  Religionsgesetzliches  berührt  er  gar  nicht  und  so
ist  denn  sein  Buch  in  dieser  Beziehung  auch  nicht  fördernd.
Die  Beschimpfungsfrage  ob  nämlich  die
Lästerung  der  Genossen  Muhammeds  eine  mit  dem  Tode  zu
ahndende  Sünde  sei  und  ob  sie  im  Allgemeinen  Unglauben
(iS  )  involvire,  —  eine  im  fikh  häufig  durchgesprochene
Frage,  —  bildet  auch  den  ausschliesslichen  Inhalt  einiger  kleinerer ­
  polemischer  Abhandlungen  gegen  die  Si'ä,  so  auch  des
schon  obenerwähnten  Tractätchens,  betitelt:
U»ail^J!  von  'Ali  b.  Muhammed  al-Käri.
Der  gewöhnlich  gangbare  Ausdruck  für  die  Beschimpfung
ist  in  diesem  Falle  regelmässig  ;  jedoch  ist  noch  ein
anderer  Ausdruck  gangbar,  den  unsere  Lexica  nicht  verzeichnen;
auch  al-Gauharfs  Originallexicon  vernachlässigt  die  Anführung ­
  dieser  Bezeichnung:  nämlich  Jli  verbunden  mit  der
Praeposition  So  lesen  wir:  JLo^l

1  U.  d.  T.  (JjjJcöJI  Jl  Kairo  1287.  oct.
            
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