Beiträge zur Literaturgeschichte der Si'ft und der sunnitischen Polemik. 455
sein dürfte: Ein Hi'i tritt vor seinen dukkän und fragt: ,ändak
as-Sawä'ik al-muhrika li ihn TTagar?‘ (Das J als läm auctoris.)
Der alte Buchhändler antwortet: ,muhrika läkum ja'ni ja sidi!‘
(Das J in |*X) als ixJ jȟ).
Ein Si'ite schrieb gegen die , Sawä'ik ‘ eine Refutation
unter dem Titel ! ^LsyJl } wogegen
wieder der mälikitische Gelehrte Ibrahim b. 'Amir al-'Ubeidi
eine Antipolemik schrieb, welche auch in Kairo durch die
seitdem eingegangene literarische Gesellschaft: gem'ijjat alma'arif
gedruckt worden ist. 1
Jedoch beschäftigt sich Ibn Hagar’s Buch in allen
seinen elf Kapiteln und dem Schlussworte bloss mit der politischen
Frage, nämlich mit der Besprechung des ablehnenden
Verhältnisses der Si'iten gegen das sunnitische Chalifat und mit
den Traditionen, welche die Beschimpfung der Genossen verpönen
und ihre Hochhaltung anempfehlen. Eigentlich Dogmatisches
und Religionsgesetzliches berührt er gar nicht und so
ist denn sein Buch in dieser Beziehung auch nicht fördernd.
Die Beschimpfungsfrage ob nämlich die
Lästerung der Genossen Muhammeds eine mit dem Tode zu
ahndende Sünde sei und ob sie im Allgemeinen Unglauben
(iS ) involvire, — eine im fikh häufig durchgesprochene
Frage, — bildet auch den ausschliesslichen Inhalt einiger kleinerer
polemischer Abhandlungen gegen die Si'ä, so auch des
schon obenerwähnten Tractätchens, betitelt:
U»ail^J! von 'Ali b. Muhammed al-Käri.
Der gewöhnlich gangbare Ausdruck für die Beschimpfung
ist in diesem Falle regelmässig ; jedoch ist noch ein
anderer Ausdruck gangbar, den unsere Lexica nicht verzeichnen;
auch al-Gauharfs Originallexicon vernachlässigt die Anführung
dieser Bezeichnung: nämlich Jli verbunden mit der
Praeposition So lesen wir: JLo^l
1 U. d. T. (JjjJcöJI Jl Kairo 1287. oct.