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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

Armeniaca.

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—  tritt  an  uns  die  weitere  Aufgabe  heran,  dieses  »  dem  alteranischen
  -hi  gegenüber  zu  rechtfertigen.
Zunächst  könnte  man  auf  einzelne  Fälle  im  Armenischen
hinweisen,  wo  u  altindogermanischem  s  gegenübersteht  wie
(amis)  ,Monat'  =  altind.  mäsa,  mäs,  altb.  rriänha,  mänh,
altpers.  mäha;  (mis)  ,Fleisch'  —  altind.  masa,  altslav.
meso,  altpreuss.  mensas,  gotisch  mimz;  n,_ u  (us)  ,Schulter'  =
altind.  asa,  got.  amsa.  —  Aber  diese  Fälle  sind  dennoch
anders  zu  beurtheilen,  da  bei  J^u  und  vor  dem  s  ein
Nasal  sich  findet  und  bei  Ul  JJ...  wahrscheinlich  nach  dem  lateinischen ­
  mensis  und  der  griechischen  Form  |njv  (Stamm
Curtius  Etym.  334)  auch  ein  solcher  anzunehmen  ist.  Es  kann
also  das  «  dieser  Formen  zur  Erklärung  des  u  der  zweiten
Person  singul.  nicht  herbeigezogen  werden.
Eine  directe  Erklärung  des  s  im  Ossetischen,  das  mit
unserem  armenischen  u  identisch  ist,  versucht  C.  Salemann
in  den  Kuhn’schen  Beiträgen  VIII,  75,  indem  er  die  Endung
altbaktr.-altpers.  -ahi  frühzeitig  in  -ilii  übergehen  lässt.  Dass
aber  eine  solche  Erklärung  eigentlich  keine  Erklärung-  ist,
liegt  nach  dem  bereits  oben  von  uns  Bemerkten  auf  der  Hand;
sie  ist  gegenüber  der  von  uns  in  der  citirten  Abhandlung  kurz
angegebenen  Vermuthung,  dass  nämlich  s  eine  Analogie-Bildung ­
  aus  altb.  -Si  (nach  u,  für  das  nach  a  (e)  folgende  -hi)
sein  dürfte,  als  ein  Rückschritt  zu  bezeichnen.
Wir  könnten  nun  hier  diese  vor  zehn  Jahren  mitgetheilte
Ansicht  wiederholen  und  für’s  Armenische  speciell  die  zahlreichen ­
  in  -u  ausgehenden  Verba,  die  den  letto-slavischen  mittelst ­
  -avci  gebildeten  ähneln,  citiren,  welche  den  Anstoss  zu
dieser-Analogie-Bildung  gegeben  haben  könnten  (eine  Ansicht,
welche  wir  lange  Zeit  für  die  richtige  hielten),  aber  wir  ziehen
es  vor,  im  Hinblick  darauf,  dass  nicht  die  Verba  in  -u,  sondern ­
  jene  in  -«  und  -aya  die  weitaus  zahlreichsten  sind,  also
vor  allem  bei  Beurtheilung  unsers  s  von  diesen  auszugehen  ist,
einen  anderen  Weg  der  Erklärung  zu  betreten.
Um  es  kurz  zu  sagen,  wir  halten  armen,  pbpliu  (beres)
und  altb.  barahi  für  gar  nicht  mit  einander  identisch,  sondern
das  erstere  aus  dem  altbaktr.  baraesa  (2.  Pers.  sing,  optat.  medii)
entstanden.  Die  Form  altbaktr.  barahi  würde  nach  den  Lautgesetzen ­
  des  Armenischen  p-l.yk  (bere)  ergeben,  welches  aber
Sitzungsber.  d.  phil.-hist.  CI.  LXXVIII.  Bd.  II.  Hffc.  28
            
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