34
II arte 1.
H 256 a6v p’ etiegov Asfouci soixcts? <I)p.o<pdYOtaiv und 0 592 Tpws?
Ss Asi'ouai eodwte? (I)|j.o$dYoi(7i. Da der Diphthong et sehr befremdend
ist und durch das späte Asiov-o-äAa bei Erycius Anth.
Pal. 9, 273 für Homer nicht irgend geschützt werden kann,
wollte Nauck (a. a. 0. 219) an den drei Stellen Xiscrai statt
Xei'ousi schreiben, eine Form, welche z. B. bei Callimachus
(fr. 329) Ate? p.sv te Ateocri steht, welcher Vers zugleich die
schwankende Quantität des t bezeugt. Man könnte für die
Naucksche Conjectur noch den Umstand geltend machen, dass
vor Ai? 4 mal (A 480 stu ts Xiv, A 239, P 109, 2 318 6? te
Ai'?, vergl. Hom. Stud. I 2 21) kurze Silben gelängt erscheinen,
vor Aemv nirgends als 0 592, d. i. an einer der drei Stellen mit
Asiouci. Allein wie sollte Xtscrui durch ein noch befremdlicheres
Aei'ouci verdrängt worden sein. Vielmehl- dürfen wir, gestützt auf
ahd. lewo(n) und ksl. Uvu (s. Curtius Gz. 1 369), auch für das
Griechische den Verlust eines F annehmen, und XeFouci wurde in
den drei Versen zu Aeüoucti wie l'Faos zu suaSs.
Gewiss in den meisten hier besprochenen Fällen ist a s o
weder eine wirkliche Länge, noch ein wirklicher Diphthong
gewesen, so wenig wie a e o in ßaAAop.evä Tcpoif, sp/scOs 7rp6?,
•^YdysTö iipo? als wirkliche Längen werden angesehen werden;
sondern sie erhalten vorübergehend durch den Einfluss der
anstossenden Consonanten eine solche Geltung. Wird dieser
Einfluss durch die Gliederung des Verses oder willkürlich gehemmt,
so treten sie in ihrer ursprünglichen Quantität wieder
hervor (^-/.a icpo? dXX^Xou?, Zeu? Se icpb? ov As^o?). Wir haben
früher (Hom. Stud. I 2 90) gesehen, dass es der Beweglichkeit
und Flüssigkeit gewisser Consonantengruppen gestattet ist, bald
von dem vorausgehenden Vocal sich attrahiren zu lassen und
Position zu bilden, bald von dem folgenden und nicht Position
zu bilden. Eine gleich bewegliche Natur kommt dem Digamma
zu. Es unterliegt der Attraction bald des vorausgehenden, bald
des nachfolgenden Vocals, bald wird ä'r-iov, bald ä-Fiov, bald
oF-is?, bald o-Fis?, a-cF-sntOv und duio-Fsreiov vernommen und so
durch die Beweglichkeit des Spiranten der trügerische Schein
einer Beweglichkeit der Quantität der Vocale erzeugt, welcher
jene absurde Vorstellung von der unbegrenzten Freiheit der
Homerischen Dichtung in Bestimmung der Quantität der Vocale
hat aufkommen lassen. In der Regel übt der vorausgehende