Die Bibliothek und Gorrespondenz des Beatus Rlieuanus zu Schlettstadt.
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doch grüsst er durch Spalatin auch soiucrscits Melanchthon,
in dessen Briefsammlung ein Brief dos Khenanus vermisst
wird. Die Begeisterung für den berühmten Mann führt Viele
nach Schlettstadt, um ihn zu sehen, in weiter Ferne gedenkt
man seiner beim Becher und bringt ihm ein Hoch aus, der
Wiener Bischof Nausea nennt ihn einen ,unvergleichlichen
Mann'. Jedes seiner Werke wird mit dem grössten Interesse
aufgenommen, Aventin u. A. drückt seine Freude über die
vorbereitete Pliniusemendation aus ,de Plinio quod seribis, äussert
er um 1521, plurimum gaudeo, semper indigne tuli, praestantissimuin
eorum, quos lingua latina habet tantum negligi'. Als
er an seiner Tertullianedition arbeitete, schrieb ihm der berühmte
Damian von Göes: eundem Tertullianum propediem a
te repurgatum multi viri docti auidissime expectant. Quam
fac uti tantorum virorum spem ne fallas. Bucer aber bat ihn,
sich der Thränen über den Tod seines Vaters zu enthalten,
damit seine Augen für die Emendation des Tertullian frisch
blieben. Jede Ankündigung, dass er etwas schreiben wolle,
erregt die grösste Aufmerksamkeit und lebhafte Sehnsucht nach
dem wirklichen Erscheinen; man verlangt gierig mehr von ihm,
als der so überaus fleissige Manu leisten kann. Brunfels klagt
z. B. einmal (1520), dass lihenanus’ Musen schweigen: ubi tuae
Pandectae? Ubi Patereulus ille, quem nobis polliceris in scoliis
T. (?) Legi commentarios tuos in Claudium Senecae, quam
tersa omnia, quam latina! quam graeca! quautum legisti, quantum
tenes! Confundis nos semidoetos o doctissime Rhenane!
— So hoch steht Rhenanus als Gelehrter da, dass man bei
einem Gerüchte vom Tode des Erasmus sieh sofort in einer
gelehrten Angelegenheit, in der Erasmus als Richter erbeten
ward, an Rhenanus wendet; man erkennt ihn, wenn auch nicht
mit Recht, gewissermassen als dessen Thronfolger im Reiche
der Philologie an.
Wesentlich verschieden ist das Verhältniss, in dem Rhenanus
zur Reformation steht. Sagen wir es mit einem Worte:
so gross er auf dem Gebiete der stricten Gelehrsamkeit erscheint,
so klein ist er hier. Schon an einem anderen Orte
habe ich die Stellung des Rhenanus zu dieser grossartigsten Entwickelung
unseres Geisteslebens dargelegt, bis auf das Jahr
liess sich die Wendung bestimmen, die aus Rhenanus, dein