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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

Homerische  Studien.

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ohne  Bedenken  ist.  Wir  hätten  aber  dann  für  die  andern
dvfcaxo  arjaav  ädr,xop  zu  erwarten  (vergl.  ßeßtvjy.c,  dveifcw).  Aber  gar
wohl  kann  das  erste  a  erhaltend  auf  das  zweite  gewirkt  haben,
wie  ja  in  nicht  seltenen  Fällen  ein  vorausgehendes  a  sich
nachfolgenden  Vocal  assimilirte:  SeSdacOa:  —  oeoä-s-crQai,  öpdaaöai,
öpäaaOe,  opaa;,  ©advxaxcx;  für  ^ipaevxaxoc  (<pas r .vöxaxo?),  <paavOr]  für
(pasvOrj,  -/odacy.ov  für  yosceaxov,  wpcid«;  neben  vvjTrtevj.  Wenn  die
Kraft  des  A-Lautes  auf  den  E-Laut  eine  so  wirksame  ist,
um  diesen  sich  vollständig  anzugleichen,  scheint  die  Annahme
nicht  zu  kühn,  dass  er  in  dduaxo  u.  s.  w.  genug  Kraft  besass,
nachbarliches  a  in  seiner  Qualität  zu  conserviren.  Jedenfalls
wird  man  die  Quantität  des  Anlauts  als  unabhängig  von  dem
Nachbarvocal  betrachten  und  dann  in  ähnlicher  Weise  sein
Schwanken  wie  in  ä'iov  erklären  dürfen.  Dass  aber  hinter  dem
ersten  a  ein  Digamma  stand,  beweist  seine  Diphthongisirung
zu  au  in  der  Ueberlieferung  zweier  Pindarischer  Verse,  Pyth.
II  28;  dkkd  viv  üßpic  sic  dudxav  ü-spdoavov  wpaev,  und  III  24:
It/jz  xoiauxav  p.eydkav  dudxav,  in  denen  das  Metrum  die  durch  die
handschriftliche  Ueberlieferung  dudxav  (für  aüdxav)  angedeutete
Kürze  des  Diphthongs  verlangt;  Mommsen  schrieb  aFdxav.  aüdxr;
mit  langer  ersten  ist  eine  sehr  ansprechende  Conjectur  Schneidewin’s
  in  einem  Verse  des  Archilochus:  f ( ßkazov,  y.ai  tcü  xiv’  aKXov
aüaxY)  y.iy/jcraxo  fr.  73  (B)  -für  das  bei  Clemens  Alex.  Strom.
VI  739  fehlerhaft  überlieferte  po’  d'xv).  Das  Fragment  eines
unbekannten  Dichters  bei  Gaisford  Etym.  M.  p.  1422  E  lautet:
dy.opsaxov  ab  dxav  (vergl.  Schneidewin  Phil.  III  381).  Eine  weitere ­
  Spur  des  Digamma  hat  Ahrens  (Dor.  55)  in  zwei  Glossen ­
  des  Hesychius  ayaxdcOai  ==  ßkaccxscöa 1 .,  aydxY)gai  =  ßsßkap.tj.a 1 .
entdeckt.  Endlich  ist  uns  die  Glosse  aäßaxot  ddaxot  erhalten.
Dass  aber  das  Digamma  dieses  Stammes  in  Homerischer  Zeit
noch  nicht  erloschen,  sondern  ein  noch  durchaus  lebendiger
Laut  war,  diesen  Nachweis  verdanken  wir  A.  Nauck  (Melanges
Greco-Romains  III  230),  der,  indem  er  die  Möglichkeit  der
anapästischen  Lesung  des  Nomens  dxv)  an  21  Stellen  nachwies,
mit  Recht  auf  den  Gebrauch  der  Form  adxr;  d.  i.  aFdxr,,  die
überdies  auch  Meineke  (Philol.  XIX  199.  240)  bei  Aeschylos
(Ag.  730,  Suppl.  110)  einführte,  zurückschloss.  Nur  dass  er  die
widerspenstigen  Stellen  (T  88  ayptov  d'xvjv,  T  100,  Z  356,  Q  28
’AkeijdvSpou  svsy.’  d'xrjc)  als  unhomerisch  verwirft,  ist  bedenklich.
            
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