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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

ITorawitz.

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locupletet.  0  quam  felicem  fortunam  hie  mihi  depingis,  inquies.
Sic  est  mi  Alberte.  Habe  bonum  animum.  Hoc  pacto  Reuchlinus
ille  multiplici  linguarum  peritia  praeditus  emersit.  So  wichtig
diese  Stelle  für  Reucblin’s  Biographie  ist,  so  abstossend  muthet
ihre  Denkweise  uns  an;  wahrlich,  der  kläglichen  Philisterberechnung ­
  dieses  Rathschlages  gegenüber  nehmen  sich  die
Ausschweifungen  der  Fidelfo,  Beccadelli  und  Anderer  italienischen ­
  Humanisten  grandios  aus,  es  ist  doch  Schwung  und  Genialität ­
  in  ihnen.

Auch  Melanchthon  findet  in  dem  Briefwechsel  mehrfache ­
  Erwähnung,  überschwänglich  preist  ihn  um  1521  ein
Ungar,  Schiverius,  mit  den  Worten:
,Cedite  Romani  scriptores,  cedite  Graii
Qui  vos  stultificat,  nempe  Philippus  ;ulest'.
Auf  seine  Beziehung  zu  Rhenanus  komme  ich  noch  zurück,
die  Erwähnung  Reuclilin’s  und  Melanchthon’s  aber  führt  uns
von  selbst  auf  eine  kurze  Bemerkung  über  die  Reformationsbewegung, ­
  insoweit  sie  sich  in  unserer  Correspondenz  wiederspiegelt. ­
  Für  die  Opposition  gegen  das  Mönchthum  und  für
die  entschiedenen  Sympathien  des  erasinischen  Kreises  sind
auch  hier  so  zahlreiche  Proben,  dass  eine  Auswahl  schwer
fällt.  Wir  finden  hier  alle  Nuancirungen,  von  ruhiger  Kritik
des  die  Kirche  Entehrenden  und  Schädigenden  bis  zu  scharfer
Invective  gegen  die  ,dummen  Mönche',  kurz  alle  jene  Anschauungen ­
  und  jene  bekannte  Phraseologie  begegnen  uns  auch
hier,  die  wir  von  Erasmus  gewohnt  sind.  Einer  der  heftigsten
Eiferer  gegen  Ploogstraten’s  ,höllische  Partei',  wie  er  sie
nennt,  ist  Augustinus-  Gemoseus,  der  die  mannigfachsten  Attribute
häuft,  um  seinen  Ingrimm  gegen  diese  ,pharisäische  Rotte'
zum  Ausdrucke  zu  bringen.  Auch  Brunfels  lässt  es  daran  nicht
fehlen,  er  klagt  über  die  Unwissenheit  und  Unduldsamkeit  der
Geistlichen  und  schildert  in  lebendiger  Weise  das  unglückliche
Loos  eines  talentvollen  Mönches:  ,Ea  praeterea  sors  nostrarum
factionum,  ut  si  qui  eciam  vivacioris  sint  ingenii  provehi
tarnen  non  possint,  neque  probe  maturari.  Quantum  putas  nos
dementant,  obtundunt,  hebetant  nocturnae  excubiae.  Eo  nunc
ventum  est  in  rebus,  ut  summam  religionis  in  superstitione
            
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