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II o r a w i t z.
Rhenanus; jubelnd schreibt M. Hummelberger, als er von der
Uebersiedlung des Erasmus nach Basel hört. Das Gerücht
seines Todes erregt Verzweiflung, Alles was ihn betrifft, seine
Reisen, seine Auszeichnungen werden genau notirt und den
Freunden als hochwichtige Angelegenheit mitgetheilt. Allerdings
die Ehren, die Erasmus von den Fürsten nicht bloss, sondern
auch von einfachen Bürgern genoss, waren für ihn wol höchst
schmeichelhaft, für unsere Zeit aber beschämend. Wie Rhenanus
ihn verehrte, weiss man; geradezu schwärmerischen Ausdruck
findet diese Verehrung in einem Briefe an Nesen (er stammt
wol aus der Jugendzeit), in dem er diesen zu seinem Zusammenleben
mit Erasmus gratulirt. Er fährt darauf folgendermassen
fort: ,Nam quid aliud est Erasmo habitare, quam inter ipsas
versari Musas, quid cum illo simul eadem mensa accumbere
quam celesti interesse convivio. Equidem artiurn inventrices
Musae praedicentur , sed quid est aliud Erasmus quam universarum
artium quoddam quasi -avooy.sTov? Et singuli in singulis
aliquando excellunt at hic in omnibus primatum (?) tenet'.
Auch Favre von Etaples geräth in Entzücken, wenn er eine
Schrift des Erasmus erhält; weder Midas noch Crösus hätten
ihn mit ihren Schätzen so erfreut, als Rhenanus durch die
Uebersendung einer solchen Schrift, schreibt er um 1519. In
ergötzlicher Weise schildert Mutian, wie er zu mehreren
Briefen des Erasmus ,des christlichen Cicero' gekommen:
,Semel atque iterum ad me scripsit omnium humanissimus,
nullis meis meritis tan tum inepta quadam epistola subinvitatus,
quam Eobauus inter pocula impetrauit et expressit. Vide, quod
faciat poetica suauitas. Negare non potui, piget et pudet.
Quid quaeris ? Religiosius salutandum erat numen. Scripsi
ebrius et nihilominus bis sum, o inauditam facilitatem resalutatus.
ln ardua nititur et ascendit et tarnen interim ad amicorum
parvitatem sese demittit'. Und als es 1520 heisst, dass
Erasmus, ,der Phönix der gelehrten Welt' gestorben, schreibt
Georg Schirm aus Mailand: ,cund stupore et moerore pei-cepi.
Den wirklichen Heimgang epilogisirt in der Correspondenz
der würdige Paul Volz.