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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

Die  Bibliothek  und  (Jorrespondenz  des  Beatus  Rhenanus  zu  Sclilettstadt.  327

mit  dem  Manuscripte  und  spricht  seine  Absicht  aus,  die  Fabeln
des  Hyginus  abzuschreiben,  dessen  Handschrift  freilich  in  sehr
schlechtem  Zustande  sei  ■—  es  war  aller  Wahrscheinlichkeit
nach  ein  Freisinger  Manuscript.  —  Rhenanus  äussert  sein
Urtheil  über  die  Scholien  des  Jakob  Spiegel  zum  Pontanus  —
Ursinus  Vellius  berichtet  über  die  Scholien  desselben  zum
Ligurinus  und  Bartholin  us  —  und  kündigt  der  darnach  begierigen
literarischen  Welt  das  baldige  Erscheinen  eines  Farrago  der
Briefe  des  Erasmus  an.  W.  Nesen  erwähnt  der  Restitution  des
Terenz  durch  Glarean  und  der  eigenthümliclien  Aussprache
des  Griechischen  durch  denselben  Gelehrten,  der  siStokov  wie
Yeinum  ausspreche.  Eine  interessante  Nachricht  sendet  Michael
Hummelberger  um  1526:  ,Contulimus  (er  und  sein  Bruder)
simul  uetustissima  duo  exemplaria  Apuleji  de  medicaminibus
herbarum,  quod  illius  esse  omnino  persuasum  habeo,  sed  dii
boni  quanta  dissonantia  illorum,  utrunque  corruptissimum  est,
potuit  tarnen  multis  locis  alterum  ex  altero  emendari,  quod  si
adliuc  aliud  exemplar  accesserit,  sperarem  ex  integro  posse  restitui
  hunc  libriun.  Et  ex  Dioscoride  aliqua  restitui  posse  darum
est,  quum  ex  illo  pleraque  desumpta  videnturh  —  Wir  hören
hier  auch  viel  von  Druckern  und  Officinen.  Mit  dem
grössten  Eifer  sind  die  Typographen  besorgt,  interessanten  und
lohnenden  Stoff  für  ihre  Pressen  zu  bekommen,  vor  Allem
Froben,  der  nichts  mehr  wünscht,  als  neue  Funde,  er,  den
die  Lorbeeren  dos  Aldus  und  J.  Parvus  nicht  schlafen  lassen,
dem  seine  Gelehrten  nicht  schnell  genug  arbeiten  können,  dem
nichts  peinlicher  ist,  als  wenn  seine  Pressen  stille  stehen.
Nächst  ihm  zeigt  Herwagen  den  rührigsten  Wetteifer,  er  bittet
u.  A.  den  Rhenanus:  ,caeterum  si  quid  aliud  habes  historiarum,
quo  sperares  rem  literariam  juvari,  ad  me  da  et  excudam  non
sine  fenore  tuo,  vcl  si  quid  aliud  est,  quo  prelum  meum  promoveri
  credas,  ad  me  dare  non  molestum  sit  et  refundam  quos
decuerit  munere  siue  id  sit  vctcris  Theologiac  siue  Poeseos
nitidioris*.  Ueberhaupt  steht  Rhenanus  zu  den  Buchdruckern  in
einem  engen  und  freundschaftlichen  Verhältnisse.  Herwagen
z.  B.  nennt  ilm  sein  Asyl  und  seinen  Patron:  ,spes  omnis  in  te
deuoluta  me  fouet‘  schreibt  er  da  und  fragt  den  Rhenanus  wol
öfter,  z.  B.  1531:  ,Quos  putes  per  hiemem  autores  aut  historicos
stylo  committendos  edoce  et  cathalogum  eorum  mitte  quo
            
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