Die Bibliothek und (Jorrespondenz des Beatus Rhenanus zu Sclilettstadt. 327
mit dem Manuscripte und spricht seine Absicht aus, die Fabeln
des Hyginus abzuschreiben, dessen Handschrift freilich in sehr
schlechtem Zustande sei ■— es war aller Wahrscheinlichkeit
nach ein Freisinger Manuscript. — Rhenanus äussert sein
Urtheil über die Scholien des Jakob Spiegel zum Pontanus —
Ursinus Vellius berichtet über die Scholien desselben zum
Ligurinus und Bartholin us — und kündigt der darnach begierigen
literarischen Welt das baldige Erscheinen eines Farrago der
Briefe des Erasmus an. W. Nesen erwähnt der Restitution des
Terenz durch Glarean und der eigenthümliclien Aussprache
des Griechischen durch denselben Gelehrten, der siStokov wie
Yeinum ausspreche. Eine interessante Nachricht sendet Michael
Hummelberger um 1526: ,Contulimus (er und sein Bruder)
simul uetustissima duo exemplaria Apuleji de medicaminibus
herbarum, quod illius esse omnino persuasum habeo, sed dii
boni quanta dissonantia illorum, utrunque corruptissimum est,
potuit tarnen multis locis alterum ex altero emendari, quod si
adliuc aliud exemplar accesserit, sperarem ex integro posse restitui
hunc libriun. Et ex Dioscoride aliqua restitui posse darum
est, quum ex illo pleraque desumpta videnturh — Wir hören
hier auch viel von Druckern und Officinen. Mit dem
grössten Eifer sind die Typographen besorgt, interessanten und
lohnenden Stoff für ihre Pressen zu bekommen, vor Allem
Froben, der nichts mehr wünscht, als neue Funde, er, den
die Lorbeeren dos Aldus und J. Parvus nicht schlafen lassen,
dem seine Gelehrten nicht schnell genug arbeiten können, dem
nichts peinlicher ist, als wenn seine Pressen stille stehen.
Nächst ihm zeigt Herwagen den rührigsten Wetteifer, er bittet
u. A. den Rhenanus: ,caeterum si quid aliud habes historiarum,
quo sperares rem literariam juvari, ad me da et excudam non
sine fenore tuo, vcl si quid aliud est, quo prelum meum promoveri
credas, ad me dare non molestum sit et refundam quos
decuerit munere siue id sit vctcris Theologiac siue Poeseos
nitidioris*. Ueberhaupt steht Rhenanus zu den Buchdruckern in
einem engen und freundschaftlichen Verhältnisse. Herwagen
z. B. nennt ilm sein Asyl und seinen Patron: ,spes omnis in te
deuoluta me fouet‘ schreibt er da und fragt den Rhenanus wol
öfter, z. B. 1531: ,Quos putes per hiemem autores aut historicos
stylo committendos edoce et cathalogum eorum mitte quo