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Horawitz.
Auch in diesen Gelehrten wird die Sehnsucht nach dem Ruhme
lebendig-, wenn auch nicht in so überschwänglicher Form, wenn
auch nicht in so tiefer und Alles beherrschender Weise. Es
klingt wohl kühl und schülerhaft, wenn Einer der Correspondenten
(Nicolaus Pruckner aus Mühlhausen) dem Rhenanus
dankt, dass er seinen Namen dem ewigen Gedächtniss der
Menschheit erhalten habe und er gesteht: ,neque enim ex caucasea
silice natus sum, ut famae dulcedine non tangar, quam
ne Herostratus quidem neglexit' — aber es ist doch dasselbe
Gefühl für den Ruhm, das Jene erfüllte. Auch hier ist es das
innigste Streben, ein ,homo bilinguis“ — seit Reuchlin’s Anregung
: ,ein homo trilinguis' zu werden. Wie Felix Platter
schreibt, waren aber Graeca noch selten im Lande. Alles, was
darauf hinzielt, sich die Kenntniss dieser Sprache erwerben
zu können, wird begierig erstrebt und benützt. Wie Rhenanus
selbst Konon’s Unterricht, so suchen Andere den seinigen, um
bald die griechischen Classiker lesen zu können.
Mit Begeisterung spricht A. Burer, der geliebte Schüler
des Rhenanus und spätere Vellejusemendator, um 1519 von den
Erfolgen, die Zwingli als Lehrer in Zürich erringt. ,Graecissat
pars una, altera graecatur, graecissantium autem praecipuus est
amicus ille noster . . . deinde Nicolaus Bauarus ueteranus ille
Christi miles, Georgius victor alias Binderus ludi litterarii Tigurini
moderator egregius, Henricus Nuischeller summi ibidem
templi canonicus et Henricus Buchter monachus* . . . Dieses
sei das Zürcher ,sodalitium literariumb Es erregt grosse Freude,
als es heisst, Nepos wolle in Basel Griechisch lesen. Andere
verlegen sich auf Autodidaxis, wie Eppendorf; wie sehr man
aber die Bedeutung des Griechischen zu schätzen weiss, zeigt
u. A. Stumpf’s Brief an Rhenanus, in dem er wünscht, dass
sein Sohn mit 13 Jahren schon ,trilinguis‘ werde. Manche
aber eilen an die Quelle des griechischen Unterrichts nach
Italien, Merbel erzählt z. B. von einem Freunde (Wizo),
er sei nach Rom gezogen ,videndi Romam cupidior forte ob
vetustatem magis, quam sanctitatemb Uebrigens bildet den
eigentlichen Mittelpunkt der Correspondenten wie natürlich der
allgefeierte Erasmus, sein Supremat in dieser Gelehrtenrepublik
ist übei'all anerkannt, sein Bild ist Gegenstand der Sehnsucht
für Viele, um nur einige zu nennen, für Mutian, wie für