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H o r a w i t z.
man auch Büchern, die von Plato handeln oder seine Philosophie
zum Gegenstand ihrer Besprechung- nehmen, z. B. der
Mischhand 38., der viele Platoniker enthält, endlich Platon’s
Werke mit der Interpretation des Marsilius Ficinus, Basel,
Frohen 1532. Alles das erlaubt wol den Schluss, dass in dem
erasmischen Kreise der Platonismus durch die Italiener Eingang
gefunden, was ja auch noch durch andere Thatsachen
festgestellt ist. Doch genug davon! Das Wichtigste in der
Bibliothek sind ja die Inedita, die circa dreihundert Briefe —
die meisten Originale — von und an Beatus Rhenanus. Mit
Ausnahme derer von Bucer, die von Baum in seinem Werke
über diesen Reformator und deren von Zwingli, die hei
Schultliess abgedruckt wurden, sind alle unbekannt. Leider
merkt man den Briefen gar sehr die frühere Verwahrlosung
an, einige befinden sich im traurigsten Zustande, bei vielen ist
die Schrift schon ganz vergilbt, anderen fehlen ganze Stücke,
oft eine halbe Seite, bei manchen lässt sich der Text nur durch
Conjecturen herstellen. Auch die Bedeutung der Briefe ist
eine verschiedene ; neben den wichtigen von Hutten, Peutinger,
Zwingli, Bucer, Aventin, Caluus, Brunfels, Volz, Eppendorf,
Favre von Etaples u. A. laufen auch blosse Bettelbriefe mit
unter, Stadtklatsch, Empfehlungsepisteln u. dgl. Aber dennoch
ist der Reichtlmm an Material, den wir aus diesen Briefen
gewinnen, so gross, dass durch eine Edition derselben, wie sie
die Firma Teubner durch mich veranstalten lässt, für die Geschichte
der Reformation wie des Humanismus wol einiger
Gewinn zu erzielen sein wird. Ein flüchtiger Ueberblick über
die Correspondenz möge dies erweisen. Nicht bloss in die
gewaltigen Geisteskämpfe, nicht bloss in die Stimmungen jener
grandiosen Zeit werden wir durch sie eingeführt, mit der
grössten Lebendigkeit schildern die Zeitgenossen die Begebenheiten,
die sie erregen, das Ueberraschende, Neue, den Zusammenbruch
des Alten; wir empfinden die Bewegung mit,
durch die Geist und Herz der damals Lebenden berührt und
erschüttert wurden. Aber weiters ist es — und diess ist für
das Ziel, das sich das gegenwärtige Referat steckt, das Entscheidende
und Massgebende — der tiefe Einblick in die
Arbeit der Studirstube, in die stillen, prunklosen, aber folgenund
segensreichen Eroberungen und Erfolge gelehrter Thätigkeit