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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

Die  Bibliothek  und  Correspondenz  des  Beatus  Rhenanus  zu  Schlettstadt.  317

für  den  ersten  Blick  wird  die  Sammlung  nicht  gerade  einen
imponirenden  Eindruck  machen  können,  die  Zahl  von  circa
siebenhundert  Bänden  ist  doch  geringer,  als  die  einer  massigen
Privatbibliothek  unserer  Tage,  bei  näherer  Betrachtung  aber
ersieht  man  bald,  welch’  Reichthum  und  Werth  diesen  Bänden
innewohnt,  es  sind  meist  Mischbände,  in  denen  die  mannigfachsten ­
  Piecen  zusammengebunden  sind.  Altes  und  Neues
lauft  da  bunt  durcheinander:  die  Vertreter  der  alten  Scholastik
und  Theologie  neben  italienischen  und  deutschen  Humanisten,
Historisches,  Juridisches  und  Medicinisches,  Astronomie  und
Mathematik.
Es  mag  gestattet  sein,  wenigstens  auf  einiges  Charakteristische ­
  hinzuweisen.  Wie  begreiflich,  findet  sich  eine  grosse
Zahl  von  Wörterbüchern  und  Grammatiken  vor,  z.  B.  Jacobi
Ceratini  dictionarium  graecolatinum  Basileae  Froben  1524,  Linacers
  Gram,  latina,  Reuchlins  hebräische  Grammatik,  Budäus
commentarii  linguae  graecae  amplissimi  B.  Bebel  1530,  das
Dictionarium  graecolat.  des  Accursius,  die  Grammatik  des
Alexander  1486,  der  über  didascalicon  Hugonis  de  modo
legendi  et  studendi  simul  praecepta  et  exempla  de  scribendis
epistoüs,  dessen  vocabularium  latinum  1483,  die  Observationes
Georg  Simlers  de  arte  grammatica,  de  literis  graecis  ac  diphthongis
  etc.  1512  u.  A.  Aber  auch  die  neueren  Sprachen  sind
vertreten,  wenigstens  findet  sich  das  Buch  von  Carl  Bovillo
vor,  das  den  Titel  trägt:  de  differentia  vulgarium  linguarum
et  gallici  sermonis  varietate,  quae  voces  sint  apud  Gallos
factitiae  et  arbitrariae  vel  barbarae,  quae  item  ab  origine  latina
manarint.  De  hallucinatione  gallicanorum  nominum.  Paris,  Robert
Etienne  1533;  sowie  Jakob  Sylvius  in  linguam  gallicam  Isagoge
una  cum  ejusdem  grammatica  latino-gallica  ex  Hebraica,  graecis
et  latinis  authoribus.  Paris,  Robert  Stephanus  1531.  Neben
mathematischen  Werken,  unter  denen  natürlich  die  des  Faber
Stapulensis  nicht  fehlen,  neben  Johannes  de  Sacrobusco’s  ,Sphaera
inundi',  neben  Ptoleinäus  Almagest,  Archimedes  de  quadratura
zeigt  sich  die  lange  Reihe  der  erasmischen  und  Melanchthon’schen
Schriften  in  den  verschiedenen  Ausgaben,  und  natürlich  eine
sorgfältige  Sammlung  der  griechischen  und  lateinischen  Classiker
  sammt  Uebersetzungen.  Hier  gewahren  wir  neben  den
landläufigen  und  bekannten  auch  seltenere,  z.  B.  den  IJegesipp
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