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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

Die  Bibliothek  und  Correspondenz  des  Beatus  Ehenanua  zu  Schlettstadt.  .  315

und  Interlinearversion  versehen,  wie  es  scheint  aus  der  Pariser
und  Basler  Zeit.
Ueber  die  grosse  Menge  der  Bücher  wurden  zwei  Cataloge
angelegt,  ein  kurzer  von  Schöpflin  und  ein  sehr  weitläufiger
französischer,  dessen  komische  Missverständnisse  Zeugniss  für
die  Unbildung  seines  Verfassers  geben.  Auch  entbehrt  er  der
Genauigkeit,  hauptsächlich  aber  jedweder  Uebersiclit.  Es  ist
in  ihm  keine  Spur  von  Materieneintheilung,  kein  typographisches ­
  oder  Autorenregister.  Die  nachfolgenden,  keineswegs
erschöpfenden  Bemerkungen  haben  freilich  auch  nur  die  Absicht,
einen  Theil  des  Vorhandenen  vorzuführen.  Vor  Allem  muss
ein  Fehler  des  Cataloges  genannt  werden,  dass  er  solche  Bücher
als  Bücher  des  Beatus  Rhenanus  angiebt,  die  sich  offenbar  nie
in  Rhenanus’  Bibliothek  befanden.  Dagegen  spricht  nicht  so
sehr  ihr  vorwiegend  der  Pastoraltheologie  angeliöriger  Charakter,
sondern  der  entscheidende  Umstand,  dass  manche  erst  nach
dem  Tode  des  Rhenanus  erschienen  sind;  sie  dürften  wohl
der  ,Bibliotheque  paroissiale'  angehört  haben  und  bei  der  Dislocirung
  der  Rhenanus’schen  Bibliothek  in  diese  gerathen  sein.
Viele  der  Büche)'  tragen  die  Aufschrift:  ,Beati  Rhenani  sum,
nee  dominum  mutoh  Die  Art,  wie  diese  Bücher  zusammenkamen, ­
  gleicht  der  in  unseren  Tagen  üblichen.  Den  Kern
bilden  die  Verlags  werke  seines  Druckers:  die  autores  frobeniani
—  viele  Bücher  kaufte  Rhenanus  zu  Paris,  wie  er  —  stets
mit  Angabe  des  Preises  —  im  Buche  selbst  bemerkt.  Manches
schickten  die  Freunde,  vornehmlich  Michael  Hummelberger
aus  Rom;  zahlreich  endlich  sind  die  Dedicationsexemplare  jener
Bücher,  die  ihm  wohl  als  dem  Corrector  gesendet  wurden. 1
1  Was  die  in  der  Bibliothek  vertretenen  Typographen  betrifft,  so  fielen
mir  u.  A.  auf:  Johannes  von  Besichen,  Mazzocliius,  Frank  in  Rom;
Plato  deBenedictis  und  Bazalerius  in  Bolo  gna;  Asulanus,  Alex.Minutianus,
Pachel  in  Mailand;  Simon  de  Luare,  Pierius  Mantuanus,  Bonetus
Locatellus,  Nicolo  de  Ferraris,  Aldus,  Sessia,  Hertzog,  Joh.  de  Forlivio,
Bernardinus  Novariensis,  Joh.  de  Cereto,  Philipp  Pincius,  Peregrinus  de
Pasqualis,  Joachimus  de  Tridino,  Gregorius  de  Gregoriis  u.  A.  in  Venedig; ­
  Ant.  Caillant,  Guidon,  Etienne,  Wolfg.  Hopilius,  Badius  Ascensius,
Jean  Petit,  Andre  Bocard,  Quentel,  Guido  Mercator,  Tissard,  Tillman
Kerver,  Henricus  Stephanus  u.  A.  aus  Paris;  natürlich  Frohen,  Cratander,
Bebel,  Curio,  Michel  Eisengrein,  Michel  Furter,  Faber,  Heinrich  Petri,
Wensler,  Wolf,  Oporinus,  Herwag  aus  Basel;  Renatus  Beck,  Jak.  Eber
Sitzungsber.  d.  pliil.-hist.  CI.  LXXV1II.  Bd.  II.  Htt.  21
            
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