Die Bibliothek und Correspondenz des Beatus Ehenanua zu Schlettstadt. . 315
und Interlinearversion versehen, wie es scheint aus der Pariser
und Basler Zeit.
Ueber die grosse Menge der Bücher wurden zwei Cataloge
angelegt, ein kurzer von Schöpflin und ein sehr weitläufiger
französischer, dessen komische Missverständnisse Zeugniss für
die Unbildung seines Verfassers geben. Auch entbehrt er der
Genauigkeit, hauptsächlich aber jedweder Uebersiclit. Es ist
in ihm keine Spur von Materieneintheilung, kein typographisches
oder Autorenregister. Die nachfolgenden, keineswegs
erschöpfenden Bemerkungen haben freilich auch nur die Absicht,
einen Theil des Vorhandenen vorzuführen. Vor Allem muss
ein Fehler des Cataloges genannt werden, dass er solche Bücher
als Bücher des Beatus Rhenanus angiebt, die sich offenbar nie
in Rhenanus’ Bibliothek befanden. Dagegen spricht nicht so
sehr ihr vorwiegend der Pastoraltheologie angeliöriger Charakter,
sondern der entscheidende Umstand, dass manche erst nach
dem Tode des Rhenanus erschienen sind; sie dürften wohl
der ,Bibliotheque paroissiale' angehört haben und bei der Dislocirung
der Rhenanus’schen Bibliothek in diese gerathen sein.
Viele der Büche)' tragen die Aufschrift: ,Beati Rhenani sum,
nee dominum mutoh Die Art, wie diese Bücher zusammenkamen,
gleicht der in unseren Tagen üblichen. Den Kern
bilden die Verlags werke seines Druckers: die autores frobeniani
— viele Bücher kaufte Rhenanus zu Paris, wie er — stets
mit Angabe des Preises — im Buche selbst bemerkt. Manches
schickten die Freunde, vornehmlich Michael Hummelberger
aus Rom; zahlreich endlich sind die Dedicationsexemplare jener
Bücher, die ihm wohl als dem Corrector gesendet wurden. 1
1 Was die in der Bibliothek vertretenen Typographen betrifft, so fielen
mir u. A. auf: Johannes von Besichen, Mazzocliius, Frank in Rom;
Plato deBenedictis und Bazalerius in Bolo gna; Asulanus, Alex.Minutianus,
Pachel in Mailand; Simon de Luare, Pierius Mantuanus, Bonetus
Locatellus, Nicolo de Ferraris, Aldus, Sessia, Hertzog, Joh. de Forlivio,
Bernardinus Novariensis, Joh. de Cereto, Philipp Pincius, Peregrinus de
Pasqualis, Joachimus de Tridino, Gregorius de Gregoriis u. A. in Venedig;
Ant. Caillant, Guidon, Etienne, Wolfg. Hopilius, Badius Ascensius,
Jean Petit, Andre Bocard, Quentel, Guido Mercator, Tissard, Tillman
Kerver, Henricus Stephanus u. A. aus Paris; natürlich Frohen, Cratander,
Bebel, Curio, Michel Eisengrein, Michel Furter, Faber, Heinrich Petri,
Wensler, Wolf, Oporinus, Herwag aus Basel; Renatus Beck, Jak. Eber
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