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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

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H  o  r  a  \v  i  t  z.

erst  Prof.  Mäh  ly  machte  in  seiner  geschmackvollen  Studie
über  Beatus  Rhenanus  auf  die  Schätze  aufmerksam,  die  sich
dort  heben  Hessen.  Mähly  wurde  aber  durch  Krankheit  behindert, ­
  in  Schlettstadt  tiefere  Forschungen  anzustellen;  auch
Baum,  der  unermüdliche  Forscher  Spach  und  zuletzt  Rathgeber ­
  griffen  nur  Einzelnes  aus  dem  überreichen  Material  heraus. ­
  Mir  nun  war  es  vergönnt,  ein  dringendere  Studien  an  Ort
und  Stelle  zu  machen.  Der  Versuch,  über  diese  Studien  zu
berichten,  ist  mit  Schwierigkeiten  verbunden,  deren  grösste  der
mannigfache  und  verschiedenartige  Stoff  ist.
Die  anerkannte  Bedeutung,  die  des  Rhenanus  Name  noch
immer  im  Kreise  der  Alterthumsforscher  und  Philologen  besitzt, ­
  lässt  mich  aber  hoffen,  dass,  trotzdem  das  folgende  Referat
dieses  Mannes  wegen,  vielleicht  einige  Theilnahme  beanspruchen ­
  darf.

Die  Büchersammlung  des  Beatus  Rhenanus  ist  in  der
Bibliothek  der  Mairie  zu  Schlettstadt  in  einem  freundlichen
Gemache  —  in  dem  letzten  der  Zimmer  auf  vier  Bücherrepositorien
  untergebracht,  sie  enthält  in  691  Bänden  einige
Handschriften,  die  wertvollsten  Editiones  principes,  seltene
Schriften  der  Reformationsbewegung  u.  A.,  über  das  ich  im
Folgenden  referiren  werde.  In  derselben  linden  sich  ausser
dem  Adelsbrief,  den  übrigens  Dorlan  I.  p.  356  mittheilt  —
freilich  meist  wertlose  —  Handschriften  von  Horaz,  Cicero,
Makrobius,  Vergils  Bukolika,  Sallust  Catilina,  der  Fasten  und
Metamorphosen  Ouid’s,  Aristophanes,  ausserdem  einige  von
Tertullian,  der  Annales  Fuldenses  und  ein  sehr  altes  auf  Pergament ­
  geschriebenes  Glossarium  Cyrilli  (rou  xupiXXou  ayiou
Xe^r/.ov)  unter  Nr.  454,  und  unter  327—  eine  Handschrift
aus  dem  XV.  Jahrhunderte,  griechische  und  lateinische  Epigramme ­
  enthaltend.
Leider  konnte  ich  nicht  länger  bleiben,  um  diese  Handschriften ­
  an  Ort  und  Stelle  einer  gründlichen  Untersuchung
zu  unterziehen,  mittlerweile  hat  Fr.  Urtel  Einiges  darüber  im
,Philologus‘  1874  gesagt,  auf  das  verwiesen  werden  mag.  An
die  Manuscripte  reihen  sich  einige  handschriftliche  Hefte  mit
Stücken  aus  Vergil  und  Aristoteles  mit  reichen  Marginalnoten
            
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