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H o r a \v i t z.
erst Prof. Mäh ly machte in seiner geschmackvollen Studie
über Beatus Rhenanus auf die Schätze aufmerksam, die sich
dort heben Hessen. Mähly wurde aber durch Krankheit behindert,
in Schlettstadt tiefere Forschungen anzustellen; auch
Baum, der unermüdliche Forscher Spach und zuletzt Rathgeber
griffen nur Einzelnes aus dem überreichen Material heraus.
Mir nun war es vergönnt, ein dringendere Studien an Ort
und Stelle zu machen. Der Versuch, über diese Studien zu
berichten, ist mit Schwierigkeiten verbunden, deren grösste der
mannigfache und verschiedenartige Stoff ist.
Die anerkannte Bedeutung, die des Rhenanus Name noch
immer im Kreise der Alterthumsforscher und Philologen besitzt,
lässt mich aber hoffen, dass, trotzdem das folgende Referat
dieses Mannes wegen, vielleicht einige Theilnahme beanspruchen
darf.
Die Büchersammlung des Beatus Rhenanus ist in der
Bibliothek der Mairie zu Schlettstadt in einem freundlichen
Gemache — in dem letzten der Zimmer auf vier Bücherrepositorien
untergebracht, sie enthält in 691 Bänden einige
Handschriften, die wertvollsten Editiones principes, seltene
Schriften der Reformationsbewegung u. A., über das ich im
Folgenden referiren werde. In derselben linden sich ausser
dem Adelsbrief, den übrigens Dorlan I. p. 356 mittheilt —
freilich meist wertlose — Handschriften von Horaz, Cicero,
Makrobius, Vergils Bukolika, Sallust Catilina, der Fasten und
Metamorphosen Ouid’s, Aristophanes, ausserdem einige von
Tertullian, der Annales Fuldenses und ein sehr altes auf Pergament
geschriebenes Glossarium Cyrilli (rou xupiXXou ayiou
Xe^r/.ov) unter Nr. 454, und unter 327— eine Handschrift
aus dem XV. Jahrhunderte, griechische und lateinische Epigramme
enthaltend.
Leider konnte ich nicht länger bleiben, um diese Handschriften
an Ort und Stelle einer gründlichen Untersuchung
zu unterziehen, mittlerweile hat Fr. Urtel Einiges darüber im
,Philologus‘ 1874 gesagt, auf das verwiesen werden mag. An
die Manuscripte reihen sich einige handschriftliche Hefte mit
Stücken aus Vergil und Aristoteles mit reichen Marginalnoten