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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

Homerische  Studien.

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konnte.  Zahlreicher  freilich  scheinen  anf  den  ersten  Blick  die  '
Fälle,  wo  an  Stelle  eines  F  ein  u  erhalten  ist.  Aber  u  ward  wohl
ebenso  oft,  wenn  nicht  öfter,  zu  F,  das  nur  hie  und  da  in  der
schriftlichen  Ueberlieferung  zum  Vorschein  kommt.  Wo  uns
Formen  mit  dem  Diphthong  erhalten  oder  vorauszusetzen  sind
und  solche  mit  dem  einfachen  Vocal  sich  finden,  da  bilden  den
Uebcrgang  jene  mit  Digamma,  wie  wir  zwischen  toiew  und  xoeo)
ein  xo/sco  annehmen.
Die  sprachlichen  Zeugnisse  für  diese  Erscheinungen  sind
von  Curtius  (Gz. 4  549  ff.)  gesichtet  und  zusammengestellt,  und
es  wäre  unnütz,  was  sich  kaum  besser  darstellen  lässt,  hier  zu
wiederholen.  Ich  bescheide  mich  mit  der  kurzen  Anführung
solcher  Beispiele,  welche  uns  die  Erklärung  einer  Reihe  bisher ­
  nicht  genügend  erkannter  prosodisclier  Erscheinungen  bei
Homer  an  die  Hand  geben  werden.
Von  dem  digammirten  Stamm  Fao  (ursprünglicher  cFao)
haben  wir  die  an  drei  Stellen  S  340,  P  G47,  x  28  erhaltene
Aoristform  süaos,  in  welcher  r  vocalisirt  erscheint  und  mit
dem  Augment  s  eine  Länge,  nach  der  Ueberlieferung  einen
vollen  Diphthong  bildet  (s-Fao-s).  Wie  eüaoe  ist  Eiitos  gebildet,
erhalten  in  der  den  Aeolismus  nachbildenden  Inschrift  auf  der
Memnonssäule  XIX  12  bei  Alirens  (Dial.  II  578)  und  Sappho
2,  7  von  Bergk  als  Conjectur  in  den  Text  gesetzt.  Unsicher  ist
die  Vermuthung  desselben  Gelehrten  Euaye  in  Hes.  Op.  534.  —
Das  Gleiche  zeigt  sich  in  aina/oi  N  41  (a-Fta^ot),  sowie  in  aüepuaav
(ä-Fspu-aav),  wo  das  bei  Homer  an  diesen  Stämmen  noch  fest
haftende  F  mit  a  zu  einem  Diphthong  zusammenwuchs.  Freilich
scheint  I.  Bekker  diesen  ,überall  leichten  Uebergang  des  v  in  u‘
einer  späteren  Zeit  zuzuweisen  und  die  Länge  des  e  und  a  auf
das  von  ihm  anerkannte  Homerische  Recht  ,die  Quantität  der
Vocale  beinahe  unbedingt  nach  Bedürfniss  des  Verses  zu  bestimmen' ­
  zurückzuführen  (IIB.  I  135).  Die  Resultate  dieser  Untersuchung ­
  werden,  wie  ich  hoffe,  dieses  durch  die  fortschreitende
Forschung  bereits  auf  ein  sehr  kleines  Gebiet  eingeschränkte
Recht  noch  vollends  als  ein  illusorisches  erscheinen  lassen.  —•
Wie  nun  in  diesen  beiden  Wörtern  die  Ueberlieferung  die
Längen  durch  Vocalisirung  des  Digamma  zum  Ausdruck  bringt,
so  noch  in  anderen,  in  welchen  Fällen  Bekker  das  überlieferte  u
auch  respectirte,  während  er  in  s'Faosv  dFi'a^oi  dFeplaav  F  setzte.
            
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