Homerische Studien.
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konnte. Zahlreicher freilich scheinen anf den ersten Blick die '
Fälle, wo an Stelle eines F ein u erhalten ist. Aber u ward wohl
ebenso oft, wenn nicht öfter, zu F, das nur hie und da in der
schriftlichen Ueberlieferung zum Vorschein kommt. Wo uns
Formen mit dem Diphthong erhalten oder vorauszusetzen sind
und solche mit dem einfachen Vocal sich finden, da bilden den
Uebcrgang jene mit Digamma, wie wir zwischen toiew und xoeo)
ein xo/sco annehmen.
Die sprachlichen Zeugnisse für diese Erscheinungen sind
von Curtius (Gz. 4 549 ff.) gesichtet und zusammengestellt, und
es wäre unnütz, was sich kaum besser darstellen lässt, hier zu
wiederholen. Ich bescheide mich mit der kurzen Anführung
solcher Beispiele, welche uns die Erklärung einer Reihe bisher
nicht genügend erkannter prosodisclier Erscheinungen bei
Homer an die Hand geben werden.
Von dem digammirten Stamm Fao (ursprünglicher cFao)
haben wir die an drei Stellen S 340, P G47, x 28 erhaltene
Aoristform süaos, in welcher r vocalisirt erscheint und mit
dem Augment s eine Länge, nach der Ueberlieferung einen
vollen Diphthong bildet (s-Fao-s). Wie eüaoe ist Eiitos gebildet,
erhalten in der den Aeolismus nachbildenden Inschrift auf der
Memnonssäule XIX 12 bei Alirens (Dial. II 578) und Sappho
2, 7 von Bergk als Conjectur in den Text gesetzt. Unsicher ist
die Vermuthung desselben Gelehrten Euaye in Hes. Op. 534. —
Das Gleiche zeigt sich in aina/oi N 41 (a-Fta^ot), sowie in aüepuaav
(ä-Fspu-aav), wo das bei Homer an diesen Stämmen noch fest
haftende F mit a zu einem Diphthong zusammenwuchs. Freilich
scheint I. Bekker diesen ,überall leichten Uebergang des v in u‘
einer späteren Zeit zuzuweisen und die Länge des e und a auf
das von ihm anerkannte Homerische Recht ,die Quantität der
Vocale beinahe unbedingt nach Bedürfniss des Verses zu bestimmen'
zurückzuführen (IIB. I 135). Die Resultate dieser Untersuchung
werden, wie ich hoffe, dieses durch die fortschreitende
Forschung bereits auf ein sehr kleines Gebiet eingeschränkte
Recht noch vollends als ein illusorisches erscheinen lassen. —•
Wie nun in diesen beiden Wörtern die Ueberlieferung die
Längen durch Vocalisirung des Digamma zum Ausdruck bringt,
so noch in anderen, in welchen Fällen Bekker das überlieferte u
auch respectirte, während er in s'Faosv dFi'a^oi dFeplaav F setzte.