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Vogt.
des Todten. Er bietet nur der Nemesis ein Opfer, weil er sich
die Nemesis personificirt, sie zu einer nicht bloss urtheilenden,
sondern auch wollenden Person macht, — und der verlangte
Schutz wird nun geleistet, indem man zeigt, dass die Strafe
nicht an sich Zweck ist, und dass sie sammt ihrem Motive
wegfällt, wo Besserung eintritt, und hiermit zugleich Sicherheit
gegen künftige Uebelthaten.
Beim Willen denke man an Activität? Ja wohl, aber
noch früher an die darin liegende Begehrung und Entbehrung.
Den leidenden Willen zurückweisen ? Wollten wir etwa statt
des bald folgenden Epiktet einen jener Unverbrennlichen setzen,
die ihre Haut gegen Feuer abgehärtet haben? Nichts verhindert,
alsdann fortzufahren, die leibliche Verletzung eines Sybariten
sei viel sträflicher, als jenen Unverbrennlichen mit glühenden
Kohlen zu überschütten.
Was den Diebstahl anlangt, — wer wird denn zweifeln,
dass die Beraubung des Armen an sich weit sträflicher ist,
als die des Reichen?' Wer zweifelt denn, dass den Grleichgültigen,
Rohen, — der keine Ehre zu schätzen weiss, durch
Mangel an Vertrauen und Glauben zu verletzen ohne Vergleich
weniger sträflich ist als den Ehrenmann ? Gegen den Diebstahl
schützte sich die Gesellschaft in früherer Zeit durch den
Galgen. Das war Roheit der Strafe; und ich habe noch neuerlich
Gelegenheit gehabt, über die entsetzliche Härte gewisser
Strafgesetze zu erschrecken, welche bezeugen, dass man Alles
aufbietet, um zu drohen, wo man Verlust an Gütern fürchtet.
Das sind keine Zeugnisse für ein richtiges Urtheil. Was die
Strafe des nicht zur Ausführung gediehenen Verbrechens anlangt,
so halte ich diese für eine baare Verkehrtheit, sobald
sie das in der Gesellschaft gestörte Vertrauen überschreitet.
Wer darf die höchst veränderliche Criminal-Gesetzgebung als
etwas Vollendetes betrachten?
Ich übergehe das: ,den Gläubiger wechseln', wo im Worte
Gläubiger ein Rechtsbegriff steckt, der gar nicht hierher
gehört, um noch gegen das ,U nbedenklich' zu protestiren,
was auf die Religionslehre entscheidenden Einfluss haben
1 Hier wäre an arme Witwen, Pupillen etc.., an die oft gefühlte Heiligkeit
des Unglücklichen zu erinnern Herbart.