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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

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Vogt.

Vereinbarkeit  und  Conflict  der  verschiedenen  Interessen ­
  ist  Hauptfragepunkt;  da  treten  nun  neben  den  in  der
Pädagogik 1  behandelten  gar  wesentlich  die  leiblichen  Bedürfnisse ­
  und  das  Interesse  der  gesellschaftlichen  Geltung
(man  will,  wenn  eben  nicht  angesehen  —  wohl  gar  mächtig  —
so  doch  mindestens  nicht  verachtet,  geknechtet  sein)  auf.  Wie
verhält  sich  diese  neue  Beihe  von  Interessen  zu  jenen?
Ist  sie  vollständig?
Wie  verhalten  sich  die  Interessen  zu  den  Pricipien
des  Fort-  und  Rückganges? 2  (Aus  jenen  entspringen  ja
offenbar  Beschäftigungen,  Gesinnungen  .  .  .!)
Wie  verhalten  sich  diese  Principien  zu  den  Personen,
in  welchen  die  innere  Freiheit  zu  realisiren?  So  z.  B.  kommen
die  Familien  Verhältnisse  unter  jenen  Principien  vor,  —
zugleich  aber  wird  die  Familie  als  Persönlichkeit  aufgefasst ­
  .  .  , 3  Weiters  wird  unter  jene  Principien  der  Cultus  gerechnet, ­
  andererseits  die  Kirche  wieder  unter  die  (gesellschaftliche) ­
  Persönlichkeit.  Eine  ähnliche  Doppelstellung  hat  wohl  auch
der  Staat!  Ja  —  was  hindert,  jede  Persönlichkeit  bezüglich
der  andern  als  solches  Princip  aufzufassen  (Wichtigkeit  eines
Individui  selbst  für’s  Ganze,  für  die  Zukunft  —  zehntes  Capitel,
  1  —  um  so  mehr  für  seine  Umgebung!)  ?

Gewalt.  Ist  in  ihm  das  Mannigfaltige  widersprechend:  so  entsteht  unnützes ­
  Disputiren,  das,  ohne  es  zu  merken,  der  rohen  Begierde  die  Kraft
überlässt,  um  die  es  streitet.  Nur  wenn  die  Denkenden  Eins  sind,  kann
das  Vernünftige,  —  nur  wenn  die  Bessern  Eins  sind,  das  Bessere  siegen. 1
Lott.
1  a.  a.  O.  S.  56:  ,Die  Theilnahme  kann  auch  die  mannigfaltigen  Regungen ­
  vieler  Menschen  von  den  Individuen  absondern,  deren  Widersprüche ­
  auszugleichen  suchen,  und  sich  für  Wohlsein  im  Ganzen  interessiren,
  das  sie  dann  wieder  in  Gedanken  unter  die  Individuen  vertheilt.
—  Das  ist  die  Theilnahme  für  die  Gesellschaft.  Sie  disponirt  über  das
Einzelne,  um  sich  ans  Allgemeine  zu  hängen;  sie  verlangt  Tausch  und
Aufopferung,  widerstrebt  den  wirklichen  Regungen,  und  denkt  mögliche,
bessere  an  deren  Stelle.  So  der  Politiker.-  Der  Herausg.
2  Werke,  Bd.  VIII.  S.  143  f.  Vgl.  oben  11.  Der  Herausg.
3  S.  364  oder  Werke,  Bd.  VIII.  S.  148.  Lott.
4  Nämlich  des  zweiten  Buches,  d.  i.  S.  163  f.  a.  a.  O.  Der  Herausg.
            
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