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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

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V  ogt.

stens  so  weit  ankomme,  dass  er  Interesse  liabe  an  Uebung...
seiner  Macht  und  empfänglich  sei  für  —  bestimmbar  durch
das  Urtheil  Jener;  —  und  auch  die  Gewalt  erwähnter  Meinung ­
  beruht  wieder  einzig  auf  der  Gewalt  der  Intere  ssen  ...
des  Meinenden  selbst,  —  denn  was  bedeutete  wider  den  eine
Armee,  welchem  nichts  läge  an  seiner  Ehre,  Freiheit,  an  den
Schmerzen  die  ihm  zufügbar,  am  Leben,  das  durch  Gehorsamsverweigerung ­
  bedroht,  .  .  .  ?  1  Die  Untersuchung  hat’s  denn  also
in  der  That  kaum  über  die  S.  316—317 2  verschmähte  Basis
der  Gesellschaft  hinausgebracht!  Wird  also  nicht  vielmehr  der
Begriff  der  gesellschaftlichen  Persönlichkeit,  des  ,Wir‘,
genau  behandelt  werden  müssen,  damit  man  erfahre,  was  zu
befestigen  sei,  damit  die  Gesellschaft  feststehe?  wie  das
eigentlich-gesellschaftliche  Wollen  selbst  die  Herrschaft  gewinnen ­
  könne? 3  Hierbei  würde  zum  Vorscheine  kommen,  dass
diese  Festigkeit  auf  gar  mancherlei  Weise  möglich  sei,  die  mit
einander  theils  verträglich  wären  theils  nicht;  —  dass  das
Gehorchen  keineswegs  auf  den  Fall  beschränkt  sei,  wo  der
Befehlende  viele  Andere  gegen  den  Ungehorsam  aufzubieten
vermag; 4  man  entspricht  fremden  Willen  ja  nicht  bloss  aus
Furcht,  sondern  auch  aus  Gewohnheit,  Nachahmung,  aus  Anhänglichkeit ­
  an  den  Befehlenden,  aus  eigentlicher  Achtung  vor
demselben,  aus  Ueberzeugung,  wegen  religiöser  ....  Meinung
(Priestergewalt!),  aus  Abneigung  gegen  Andere  (wider  welche
der  Befehl  gerichtet  ist),  aus  Eigennutz,  Herrschsucht  (so  dass
der  Gehorsam  gegen  Einen  als  Mittel  dient  der  Gewalt
über  Andere  .  .  .)  Nicht  nur  werden  all’  diese  Species  der
Macht 5  dadurch,  dass  man  sich  plötzlich  an  jene  Eine  Species  6

1  Encyclopädie  S.  250  (Werke,  Bd.  II.  S.  234).  Lott.
2  Werke,  Bd.  VIII.  S.  129.
3  Diese  Frage  würde  für  den  Fall,  als  etwa  der  Umstand,  dass  das  im
Besitze  der  Macht  befindliche  Wollen  nicht  eben  das  gesellschaftliche
selbst  sei,  hinzugenonnnen  wäre,  sich  zu  der  (Frage)  gestalten:  Ist  die
Aufhebung  dieses  Gegensatzes,  eine  solche  Umbildung  der  Bedingungen
der  Herrschaft  möglich?  Lott.
4  Siehe  Anmerkung  6,  pag.  22.  Der  Herausg.
5  Wohin  z.  B.  gehört  die  Macht  des  Geldes  ?  —  Macht  der  Mode!  .  .  .  .
Lott.
Der  Herausg.

6  Siehe  das  Ende  der  Anmerkung  6,  pag.  17G.
            
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