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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

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Vogt.

S.  69  1  voraus  verkündigt  und  wird  später,  z.  B.  S.  80,  143 2
bestätigt.  Spräche  sie  selbst  einen  Werth  aus,  wäre  sie  —
die  Beurtheilung  nach  Grösse  —  Quell  eines  eigen  thümlichen
  Werths,  so  müsste  sie  sich  im  Zusammentreffen
mit  andern  Ideen  anders  verhalten.  Trifft  nämlich  sonst
ein  Wohlgefallen  an  einer  Gesinnung  zusammen  mit  einem
aus  andrer  ästhetischer  Beurtheilung  (z.  B.  des  Streites)  herrührenden ­
  Missfallen,  so  verbleibt  jedes  in  seiner  Eigenthiimlichkeit,
  und,  müsste  man  einen  Entschluss  fassen,  so  würde
jene  schöne  Seite  Trost  gewähren  gegen  die  Hässlichkeit  der
andern;  —  trifft  aber  Stärke  des  Willens  (der  ja  auch  ein
eigenthümliches  Wohlgefallen  entsprechen  soll)  mit  dem  erwähnten ­
  Missfallen  zusammen,  so  gibts  nur  Missfallen  und
zwar  dessen  mehr!  Eben  so,  wenn  sonst  ein  Wille  zweierlei
missfälligen  Beurtheilungen  unterliegt,  so  wächst  das  Quantum ­
  des  Missfallens  an  demselben,  während  ein  wegen  Streits  ..  .
missfallender  minder  missfällt,  wenn  er  schwach,  unbedeutend ­
  ist!  In  der  Tliat,  wie  entschieden  wird  ein  selbstständiges ­
  Geltenwollen  ,des  Starken  und  Vielen'  als  ,Leerheit'  abgewiesen, ­
 3  und  demselben  das  Mit-,Regieren'  abgesprochen  ! 4  —
Ein  gewaltiger  Schurke  mag  allenfalls  den  Zuschauer
bewältigen,  die  sittliche  Beurtheilung  übertäuben,  —der
Anblick  des  Muthigen,  überhaupt  des  Grossen  erregend,
reizend,  belebend  wirken, 5  —•  aber  ob  ästhetisch?  Im
Grunde  erwartete  man  diess  kaum,  —  war  doch  von  vornherein
von  der  Beschaffenheit  des  Willens, 6  als  Objecte  der  Beurtheilung, ­
  die  Rede!
5.  Nach  dieser  (die  Begründung  der  Rechtsidee  vorbereitenden) ­
  Darstellung 7  scheint  ohne  beiderseitiges
1  a.  a.  0.  S.  29.  Der  Herausg.
2  a.  a.  0.  S.  33,  59.  Der  Herausg 1 .
3  ,Hin  weg  vollends  mit  der  Leerheit,  die  sich  bloss  an  der  Form  des  Starken ­
  und  Vielen  ergötzt 4  sagt  Herbart  a.  a.  O.  S.  111.  Der  Herausg.
4  ,.  .  .  Strebungen,  die  bloss  als  Stärke  Beifall  verdienen,  und  nur  mit  mit
wirken,  nicht  regieren  dürfen.  .  . 4  a.  a.  O.  S.  115.  Der  Herausg.
5  Kant,  Kritik  der  praktischen  Vernunft,  Werke,  Bd.  IV.  S.  189.  Herbart, ­
  Lehrbuch  zur  Einleitung,  Werke,  Bd.  I.  S.  132.  Lott.
6  Her,hart,  Allg.  prakt.  Philos.  Werke,  Bd.  VIII.  S.  11.  Lott.
7  Herbart  sagt  (a.  a.  O.  S.  48):  ,Unsere  Voraussetzung  lautet  demnach
so:  es  gibt  für  zwei  Vernunftwesen  einen  dritten  Punkt,  und  zwei  con-
            
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