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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

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Vogt.

Denkenden  immer  wieder  die  Anerkennung  abzwingen,  dass
etwas  sei  (den  Gedanken  der  Realität),  so  kehrt  auch  nach
etwaiger  Verkennung  des  selbstständigen  Werths  der  Dinge
die  Betrachtung  der  Gegenstände  der  inneren  Erfahrung,  unseres ­
  Denkens  und  Wollens,  gezwungen  zu  der  Anerkennung
zurück,  dass  etwas  sein  soll  (zu  dem  Gedanken  der  Idealität).
Der  Versuch,  alle  Realität  zu  leugnen,  endigt  mit  dem  unerträglichen ­
  Gedanken,  es  sei  Alles  Illusion  und  der  Versuch  einmal ­
  das  Schlechte  statt  des  Guten  zu  tliun,  mit  den  trostlosen
Mahnungen  des  bösen  Gewissens.  Sowie  aber  die  genauere  Beantwortung ­
  der  Frage:  was  denn  sei  (die  Bestimmung  der
Qualität  des  Seienden)  zu  verschiedenen  und  einander  entgegengesetzten ­
  Lösungsversuchen  geführt  hat,  so  erinnert  auch
die  Frage:  was  denn  absolut  werthvoll  sei  (die  Bestimmung
der  Qualität  des  Beurtheilten)  an  den  Streit  der  Systeme.
In  zuletzt  genannter  Richtung  ist  nach  Lott  die  Distinction
  zwischen  Materie  und  Form  des  ethischen  Urtheils  für
die  grundlegende  Untersuchung  unumgänglich  (S.  ,Zur  Logik'.
Göttingen  1845,  S.  16,  42)  und  die  Prüfung  beider  unerlässlich.
Von  der  Materie  oder  den  Elementen  des  ethischen  Grundes
(=  Subjects),  d.  h.  diessfalls,  von  der  ungenauen  Umgrenzung
der  Materie  in  Herbarts  Ethik  ist  daher  in  1  die  Rede;  von
der  Form  (Construction,  Constitution)  dieser  Elemente,  von  der
Nothwendigkeit  des  Zusammenhanges  von  S  und  P,  deren
Rechtfertigung  in  Herbarts  Ethik  auf  eine  Lücke  weist  (S.  160
Anmerkung  4)  wird  in  2  gehandelt.  Nur  auf  eine  Bemerkung
in  2  der  Kritik  bezieht  sich  2  der  Gegenkritik  Herbarts,  —
dass  eine  ursprüngliche  Mannigfaltigkeit  der  Form  der  Qualität ­
  des  Beurtheilten  anzunehmen  sei  ■—•;  was  hingegen  Herbart ­
  unter  1  angibt,  ist  theils  unter  der  Voraussetzung  geschrieben, ­
  als  hätte  Lott  —  dem  oben  entwickelten  Gedanken  zu
Folge  —  an  der  nothwendigen  Annahme  der  Idealität  gezweifelt,
  was  gar  nicht  der  Fall  ist;  —  theils  sind  Bemerkungen
darin  enthalten  —  wie  das  über  die  Mathematik,  die  Skeptiker ­
  und  Mystiker  Gesagte  —  welche,  auf  2  der  Kritik  Lotts
äusserlich  bezogen,  in  gar  keinem  innerlichen  Zusammenhänge
mit  derselben  stehen.  Aus  diesen  Gründen  habe  ich,  abweichend
von  dem  Vorgänge  Herbarts,  Lotts  Kritik  ihrem  eigenen  Zusammenhänge ­
  gemäss  numerirt.
            
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