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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

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Hartei.

dass  man  schon  dadurch  in  ihrer  elastischen  Natur  den  Grund
solcher  Kürzung  zu  suchen  sich  bestimmt  fühlen  muss  und  nicht
verkennen  wird,  dass  mit  dieser  Kürzung  eine  Verschmelzung
des  Aus-  und  Anlautes  Hand  in  Hand  ging,  stark  genug,  um
jene  widrigen  Verhältnisse  unfühlbar  zu  machen.  Die  anderen
Ausgänge  hingegen  erleiden  Kürzung  zumeist  an  den  Ruhepunkten ­
  des  Verses.  Nur  einige  derselben  waren  dem  griechischen ­
  Munde  geläufiger;  die  Härte  der  meisten  verräth  der  Ort,
wo  sie  häufig  sind,  d.  i.  der  erste  Fuss,  der  uns  des  Ungefügen
bereits  so  viel  gezeigt.
Ein  weiterer  Grund,  diese  beiden  Erscheinungen  auseinander ­
  zu  halten,  liegt  in  der  Zulassung  derselben  in  der  nachhomerischen ­
  Poesie,  namentlich  bei  den  Lyrikern  und  Dramatikern, ­
  welche  die  Kürzung  nur  in  einem  durch  die  rhythmische
Doppelkürze  darstellbaren  Tacttheil,  z.  B.  in  der  Senkung  eines
Daktylus  oder  Anapaestes,  oder  bei  der  Auflösung  einer  Länge
in  zwei  Kürzen,  z.  B.  in  der  Hebung  eines  Jambus,  Trochäus
und  in  aufgelösten  Doclnnien  zulassen.  Wenn  bereits  im  epischen
und  elegischen  Vers  der  nachhomerischen  Dichtung  die  Kürzung
abnimmt  und  immer  mehr  sich  bis  auf  feste  Formeln  auf  die
diphthongischen  Ausgänge  beschränkt,  so  sind  bei  den  Lyrikern
und  Dramatikern  die  langen  Vocale  w  w  r (  r t  fast  ausgeschlossen.
Nur  Pindar  verkürzt  nach  Homerischem  Beispiel  öfter  w.
Es  möge  genügen,  dafür  die  in  Pindar’s  Siegesliedern
vorhandenen  Fälle  näher  zu  betrachten,  welche  ich  mit  Ausschluss ­
  aller  unsicheren  Stellen  gesammelt  mittheile.  Der  Sammlung ­
  ist  Mommsen’s  kritische  Ausgabe  (Berlin  1864)  zu  Grunde
gelegt.  Diphthongische  Ausgänge  finden  sich  bei  ihm  140  mal
als  Kürzen  verwendet,  langvocalische  nur  27  mal,  und  zwar:
0.1  in  ■/.«(  64  mal:  O  IV  25,  V  8,  VII  7.  58.  66,  VIII  47
(2  mal),  IX  14.  23.  59.  69  (2  mal).  82,  X  15.  62.  91,  XIII
7.  81;  PI  1.  94.  100,  II  51,  111  90,  IV  164.  174.  194.  254.
272,  VIII  28.  56.  57,  IX  22.  37.  59.  63.  88.  113,  X  17.  22,
XI  9;  N  I  17.  32,  II  1.3,  III  54.  61,  IV  75,  V  7,  VI  49.
66,  X  31.  47.  77,  XI  2.  7.  23;  111.  50,  IV  5.  16,  VI  32,
VII  5.  59  —  in  andern  Wörtern  29  mal,  und  zwar:  0  VI  86
■Äi'ogai,  ävopäai,  VIII  86  Eu^ojxat  a.\i.v.;  P  II  4  ep)(op,at  äyyeXfav;
N  IV  35  eXy.op.c«  YjTop,  V  16  tjTacop.ai  ■  ou  tot,  IX  29  ävaßäX'Aop.ai
wc;  0  XIII  95  sTtssaEtai  ovtoat;  P  IV  273  sijamvac,
            
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