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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

Darlegungen  aus  der  Geschichte  und  Geographie  Corea's.

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graphie  einschlägigen  Gegenstände  hatte  der  Verfasser  dieses
Aufsatzes,  ausser  einigen  in  dem  Texte  des  Tagebuches  selbst
enthaltenen  Andeutungen,  kein  anderes  Hilfsmittel  als  die  von
Herrn  Hoffmann  nach  einem  japanischen  Originale  bearbeitete,
dem  Nippon-Archiv  beigegebene  Karte  der  koraischen  Halbinsel. ­
  Schon  bei  einer  oberflächlichen  Betrachtung  dieser  Karte
zeigt  sich  indessen  manches  Unbegreifliche.  So  ist  bei  der
Insel  Sjön  sja  (James  Hall-Inseln  an  der  Westküste)  die  nördliche ­
  Breite  mit  37°  58'  angegeben.  Der  auf  der  japanischen
Karte  ungefähr  unter  derselben  Breite  liegende  Punkt  der
Ostküste  (Nordküste  der  Broughtons-Bai)  trägt  die  Bezeichnung
40 0  n.  Br.  Ebenso  liegt  die  Mündung  des  Ori  kang  an  der  Westküste ­
  nach  d’Anville  40°  n.  Br.,  die  auf  der  japanischen  Karte
scheinbar  etwa  unter  derselben  Breite  befindliche  Mündung  des
Tu  man  kang  an  der  Ostküste  trägt  die  Bezeichnung  42"  30'
d’Anville.  Es  ist  allerdings  wahr,  dass  die  Karten  chinesischen
und  japanischen  Ursprungs,  die  einzigen,  die  man  von  Corea
besitzt,  nicht  genau  sein  können,  allein  solche  Abweichungen
von  europäischen  Messungen  wie  der  Unterschied  von  zwei
Breitegraden  bedingen  eine  allszugrosse,  kaum  glaubliche  Ungenauigkeit, ­
  wobei  sich  nur  sagen  lässt,  dass  auch  die  ungenaueste ­
  Karte  bei  dem  gänzlichen  Mangel  einer  besseren
willkommen  sein  muss.
Die  Gränzen  Corea’s  erstreckten  sich  in  den  alten  Zeiten
zuweilen  viel  weiter  nach  Norden  als  gegenwärtig,  wo  die
Flüsse  Ori  kang  und  Tu  man  kang  die  nördliche  Gränze  bilden.  1
Das  Reich  Tschao-sien,  im  Nordwesten  der  Halbinsel  gelegen,
umfasste  noch  die  Provinz  Liao-tung  und  selbst  einige  Theile
des  heutigen  Pe-tschl-li.  Später,  zur  Zeit  der  Gründung  des
Hauses  der  früheren  Han,  eroberte  Muan,  ein  Eingeborener
von  Yen,  die  Reiche  Tschao-sien,  Tschin-pan,  Lin-tschün  und
Schin-han,  die  er  unter  dem  gemeinschaftlichen  Namen  Tschaosien
  vereinigte.  Die  anerkannte  Gränze  von  Tschao-sien  gegen
Han  bildete  damals  der  Fluss  ^  Pei  in  Liao-tung.  Im  dritten
Jahre  des  Zeitraumes  Yuen-fung  (108  v.  Chr.)  wurde  Tschaosien
  durch  Han  erobert  und  diesem  Reiche  einverleibt.  ’  Zu  den
Zeiten  der  Tsin  bildete  der  Fluss  Ta-tong-kang  die  südliche

1  Der  Lauf  dieser  Flüsse  scheint  auf  der  Karte  unrichtig  angegeben  zu  sein.
            
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