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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

Darlegungen  aus  der  Geschichte  und  Geographie  Corea’s.

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Nach  einem  Citate  aus  dem  Nippon-ki  begehrte  Japan  zu
den  Zeiten  des  Kaisers  W6-zin  (270  bis  312  n.  Chr.)  von  dem
chinesischen  Reiche  U  Blumen  Weberinnen,  nämlich  Mädchen,
welche  die  Kunst  verstanden,  Blumen  in  Seidenstoffe  zu  weben.
Der  König  von  U  schickte  deren  vier,  unter  welchen  eine  den
Namen  &  m  Kure-fa-dori,  eine  andere  den  Namen  Aja-fadori
  führte.
S.  25  und  26  der  ,Bezüge'  wird  dargethan,  dass  in  den
früheren  Jahrhunderten  in  Corea  sowie  in  Japan  der  Unterricht ­
  und  namentlich  die  Kenntniss  der  Schrift  sich  auf  Hofkreise ­
  beschränkte.  Bei  Gelegenheit  des  Berichtes,  dass  im
Jahre  372  unserer  Zeitrechnung  Fu-kien,  König  von
Thsin,  einen  Bonzen  mit  Büchern  nach  Kao-li  gesendet,
äussert,  nach  ,Japans  Bezügen',  das  Wa-kan  san-zai  dzu-e  seine
Verwunderung,  dass  in  Kao-li  so  spät  und  zwar  viel  später  als
in  Japan  die  Wissenschaften  gelehrt  wurden.  In  noch  höherem
Grade  sei  dieses  in  Sin-ra  der  Fall  gewesen,  wo  man  selbst
3E  tr  Wö-nin,  der  in  Japan  die  Schrift  einführte,  entlassen
habe.  Den  endlichen  Fortschritt  des  in  dieser  Beziehung
zurückgebliebenen  Reiches  mag  es  bezeichnen,  dass  Tschin-te,
Königin  von  Sin-ra,  nachdem  sie  im  Jahre  650  das  Heer  von
Pe-tsi  in  einer  grossen  Schlacht  geschlagen,  ein  aus  Versen  von
fünf  Wörtern  bestehendes  Gedicht:  ,Die  Lobpreisung  des  grossen
Friedens'  verfasste,  welches  sie  dem  Kaiser  Kao-tsung  von
Thang  übersandte.  Dieses  Gedicht  lautet  in  der  von  dem  Verfasser ­
  dieses  Aufsatzes  verfertigten  Uebersetzung:
Das  grosse  Thang  eröffnete  die  grossartige  Beschäftigung,
in  erhabener  Höhe  sind  die  kaiserlichen  Wege  erleuchtet.  Es
gebot  den  Lanzen  Einhalt,  die  Kriegskleider  sind  festgesetzt.
Es  pflegte  die  Künste  des  Friedens,  gab  den  hundert  Königen
Fortbestand.  Es  lenkte  den  Einfluss  des  Himmels,  der  Regen
ward  gespendet.  Es  ordnete  die  Dinge,  die  Wesen  entfalten
bunten  Schmuck.  Die  tiefe  Menschlichkeit  gesellt  sich  zu  Sonne
und  Mond,  in  beruhigendem  Kreislauf  wandelt  sie  zu  Thao-tang.  1
Indess  die  Fahnen  bereits  feurig  erglänzen,  warum  wirbeln  des
Eroberungszuges  Trommeln?  Die  auswärtigen  Fremdländer,
die  sich  dem  Befehle  widersetzen,  sie  werden  abgeschnitten,

1  Kaiser  Yao  war  von  dem  Geschlechte  Thao-tang.
            
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