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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

Darlegungen  aus  der  Geschichte  und  Geographie  Corea’s.

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Ausgang  dieses  Feldzuges,  ein.  Die  Schinesen  Hessen  den
furchtbaren  Feind  ohne  Hinderniss  abziehend
Die  Festungen,  welche  die  Japaner  behaupteten,  und  über
welche  Fide-aki  als  Vorsteher  gesetzt  wurde,  waren  neun  an
der  Zahl,  nämlich  Uru-san,  Se-zui-kai,  Fu-san-kai,  die  Feste  der
Banibusinsel,  H  Ui  Riaku  -  san,  3  ^  P  Ko  -  tsiau,
sämmtlich  in  Keku-siaku-tai  (Kjöng  sjang  to),  ferner  J||
Si-sen,  Nan-kai,  j|jpf  ^  Siün-ten,  sämmtlich  in  Tsikusiaku-tai
  (Ts’jung-ts’jöng-to).  1  Jede  derselben  hatte  einen  besonderen ­
  Heerführer  zum  Befehlshaber.  Die  Besatzung  von
Uru-san  hatte  vierzehn  Tage  ohne  Lebensmittel  und  Wasser
zugebracht  und  dabei  die  zahlreichen  Stürme  der  Chinesen  abgeschlagen. ­
  Sie  befand  sich  in  einem  Zustande  äusserster  Erschöpfung ­
  und  wurde  nach  dem  Entsätze  zur  See  in  die  Heimath
zurückgeschickt.  Achthundert  sechs  und  neunzig  Krieger  waren
verhungert  oder  erfroren.  Auch  O-o-gawutsi  trat  in  einem
gleichen  Zustande  von  Erschöpfung  die  Rückreise  an  und
liefert  in  seinem  Tagebuche  hauptsächlich  nur  noch  einige
umständliche  Berichte  über  die  Abberufung  Fide-aki’s  und
den  Tod  Fide-josi’s.  Eine  zweite  Belagerung  Uru-san’s  meldet
er  nicht.
Nach  den  Berichten  O-o-gawutsi’s  waren  die  Chinesen  in
diesem  Feldzuge  kriegsgeübt,  wohlbewaffnet  und  kühn.  Ihre
Geschütze  scheinen  diejenigen  der  Japaner  übertroffen  zu  haben.
Ueberhaupt  spielte  das  Schiesspulver  in  diesem  Kriege  schon
eine  grosse  Rolle.  Feuerschlünde,  grosse  und  kleine  Feuerrohre, ­
  ebenso  Flinten  kamen  häufig  in  Verwendung,  obgleich
man  von  blanken  Waffen  und  Bogen  und  Pfeilen  den  meisten
Gebrauch  machte.  Nach  der  Niederlage  bei  Uru-san  war  unter
den  überlebenden  japanischen  Kriegern  keiner,  der  nicht  von
fünf,  zehn  bis  fünfzehn  Pfeilen  angeschossen  gewesen  wäre.
Auf  den  Wällen  von  Uru-san  war  der  Kampf  so  heftig,  die
Kälte  so  streng,  dass  der  unter  den  Helmen  und  Panzern  der
japanischen  Krieger  hervorfliessende  Schweiss  zu  Eiszapfen
wurde.  Die  Anführer  nahmen  sehr  oft  an  dem  Handgemenge

1  Tsiku-siaku-tai  steht  in  dem  Tagebuche  immer  statt  der  weiter  südlich
gelegenen  Provinz  Teru-ra-tai  (Tsjön  la  to).  Wenn  dieses  kein  Fehler
ist,  muss  Teru-ra-tai  damals  in  Tsiku-siaku-tai  inbegriffen  gewesen  sein.
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