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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

Darlegungen  aus  der  Geschichte  und  Geographie  Corea’s.

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Unterhändler  ernannt  und  hierauf  die  Anträge  berathen.  In
Betracht,  dass  die  ganze  Besatzung  in  drei,  spätestens  fünf
Tagen  den  Hungertod  gestorben  sein  würde,  kam  man  endlich
überein,  dass  am  dritten  Tage  des  ersten  Monates  des  künftigen
Jahres  (1598)  die  zwei  Könige  mit  den  drei  japanischen  Heerführern ­
  Zusammentreffen,  einen  Vertrag  beschwören  und  dann
beide  Kriegsheere  sich  zurückziehen  sollten.  Zu  diesen  Bedingungen ­
  hatte  sich  der  Feind  hauptsächlich  desswegen  verstanden, ­
  weil  auch  in  seinem  Lager  Mangel  an  Lebensmitteln
herrschte.  An  dem  bestimmten  Tage  zur  Erfüllung  der  Bedingungen ­
  aufgefordert,  antworteten  die  drei  Heerführer  ausweichend, ­
  worauf  die  Feste  wieder  durch  drei  Tage  bestürmt
wurde.
Der  oberste  Heerführer  Fide-aki,  ein  sechzehnjähriger
Jüngling,  war  bisher  unthätig  in  der  Feste  Fu-san-kai  verblieben ­
  und  hatte  sich  höchstens  durch  Anordnungen,  die  in
seinem  Namen  erlassen  wurden,  an  den  Unternehmungen  betheiligt. ­
  Als  er  jetzt  die  Bedrängniss  der  Besatzung  von  Urusan
  erfahren  hatte,  stellte  er  sich  am  sechsten  Tage  des  ersten
Monates  des  Jahres  1598  an  die  Spitze  von  achtzehntausend
Kriegern,  durchbrach  die  hunderttausend  Reiter  der  Belagerer
und  entsetzte  die  Feste.  Er  erbeutete  dabei  dreizehntausend
zweihundert  acht  und  dreissig  feindliche  Köpfe.  Das  japanische ­
  Heer  zählte  zweitausend  achthundert  Todte.
Ueber  die  Stärke  der  gegen  Uru-san  verwendeten  feindlichen ­
  Macht  enthält  das  Tagebuch  nur  unbestimmte  Angaben.
Zuerst  wird  von  achtzigtausend,  dann  von  hunderttausend
Reitern  gesprochen.  Au  einer  Stelle  heisst  es,  dass  hunderttausend ­
  Reiter  die  Feste  bestürmten,  hunderttausend  gegen  die
Schiffsmacht  und  andere  hunderttausend  gegen  die  Landmacht
der  Japaner  bereit  standen.  Es  gab  auch  ein  chinesisches  sehr
eingeübtes  Fussvolk,  welches,  als  es  bei  dem  ersten  Zusammenstosse
  vor  Uru-san  mit  dem  japanischen  handgemein  wurde,
die  Bewunderung  des  Statthalters  von  Fi-da  erregte.
Dass  Uru-san  eine  Bergfeste  war,  wird  in  dem  Tagebuche ­
  bestätigt.  Es  wird  nämlich  erzählt,  dass  ein  feindlicher
Reiter,  der  japanisch  sprach,  zu  dem  Fusse  des  Festungsberges ­
  kam.
Sitzungsber.  d.  phil!-hist.  CI.  LXXVIIl.  Bd.  I.  Hft.

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