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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

Darlegungen  aus  der  Geschichte  und  Geographie  Corea's.

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In  dem  Wa-kan-nen-kei  ^  ^  ^  Diese
Worte,  deren  grammatisch  richtiger  Sinn:  ,Man  tödtet  den  mongolischen ­
  Gesandten  Fan-wen-hu',  sind  entweder  ein  Irrthum,
oder  die  Stelle  muss  anders  erklärt  werden.  Das  Letztere  ist
wahrscheinlicher.  Fan-wen-hu  kann  nicht  hingerichtet  worden
sein,  weil  er  zwei  Jahre  später  als  zweiter  Heerführer  der
Mongolen  gegen  Japan  auszieht.  Es  ist  nicht  anzunehmen,
dass  der  Verfasser  des  Wa-kan-nen-kei  sich  geirrt  hat.  In
diesem  Falle  wäre  die  Stelle  wörtlich  zu  übersetzen:  ,Man  tödtet
die  Gesandten  von  Yuen.  Fan-wen-hu'.  Es  wird  hiermit  auf
Fan-wen-hu,  dem  die  Schuld  beizumessen  ist,  hingewiesen.
Aehnliche  Ellipsen  kommen  im  Chinesischen  häufig  vor,  besonders ­
  wenn  die  Sache  allgemein  bekannt  ist  oder  nachgeschlagen ­
  werden  kann.  Es  bedeutet  gleichsam:  ,Siehe  Fanwen-hu'
  oder:  ,Sache  Fan-wen-hu’s‘.
Es  liegt  Folgendes  zu  Grunde:
Bei  den  Mongolen  wusste  man  nicht,  dass  Tu-schi-tschung
mit  den  Seinigen  in  Japan  hingerichtet  worden  und  wunderte
sich  sehr,  dass  man  von  ihnen  keine  Nachricht  erhielt.  Nach
sechs  Jahren  1  —  es  war  bereits  das  Jahr  1279  —  hielten  die
Heerführer  Hia-kuei  und  Fan-wen-hu  eine  Berathung,  deren
Ergebniss  war,  dass  man  nochmals  eine  Gesandtschaft  schicken,
sich  nach  Tu-schi-tschung  erkundigen  und  dabei  Verbindungen
mit  Japan  anknüpfen  solle.  Demgemäss  wurden  jSl  Ulli  Tscheufö
  und  *  *  *  Luan-tschin-kuang  zu  Gesandten  ernannt
und  ihnen  ein  Bonze  Namens  |||  Ling-ko  beigegeben.
Unterdessen  war  in  dem  ganzen  japanischen  Reiche  der  Befehl
ergangen,  dass,  wenn  irgendwo  fremde  Gesandte  ankommen
sollten,  man  sie  allsogleich  gefangen  nehmen  und  an  Ort  und
Stelle  enthaupten  lassen  möge.  Als  somit  jene  Gesandten  zu
Faka-ta  in  dem  Reiche  Tsiku-zen  eintrafen,  wurden  sie,  ohne
dass  man  früher  in  Kama-kura  angefragt  hätte,  gefangen  genommen ­
  und  zur  Freude  der  Bevölkerung  enthauptet.  Dieses
geschah  im  sechsten  Monate  des  Jahres  1279.

1  Eigentlich  waren  es  fünf  Jahre.  Es  lässt  sich  jedoch  von  dem  Jahre  1*274
zählen,  um  welche  Zeit  Hoe-tün  zuriickkam  und  die  Gesandten  ernannt
wurden.
            
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