Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 78. Band, (Jahrgang 1874)

98

P  f  i  z  ra  a  i  e  r.

Fischer  und  Schiffer  der  Insel,  zur  Noth  sich  bewaffnend,  sich  ihm
zur  Verfügung  stellten.  Nachdem  man  den  Tag  über  ohne  Entscheidung ­
  gekämpft,  zog  man,  die  Nutzlosigkeit  eines  Kampfes
im  freien  Felde  einsehend,  in  die  Feste  ein.  Am  folgenden ­
  Tage,  dem  fünfzehnten  des  Monats,  unternahmen  die  Mongolen ­
  den  Angriff  gegen  diese  Feste.  Gegen  Abend  hatten  sie
zwei  Thore  erbrochen  und  das  Innere  in  Brand  gesteckt.  Nach
vergeblichen  Versuchen,  den  Feind  zurückzuwerfen,  tödtete
Tsune-taka  mit  all’  den  Seinigen,  welche  der  Kampf  verschont
hatte,  sich  selbst.
Die  Mongolen  tödteten  die  gefangenen  Einwohner  und
erschienen  am  neunzehnten  Tage  desselben  Monats  in  der  Bucht
von  4  m  Ima-dzu  in  dem  Reiche  Tsiku-zen.  Der  Statthalter

Kage-suke  zog  in  Eile  die  Streitkräfte  der  benachbarten ­
  Gegenden  an  sich  und  bereitete  sich  zum  Widerstand.
Die  Mongolen  landeten  am  nächsten  Morgen.  Der  wechselvolle
Kampf,  während  dessen  einige  Abtheilungen  des  Mongolenlieeres
  auch  an  anderen  Orten  der  Umgebung  landeten,  dauerte
bis  gegen  Sonnenuntergang.  Die  japanische  Macht  zog  sich
jetzt  in  die  Feste  Midzu-ki  zurück.  Auf  dem  Rückzüge ­
  wurde  Kage-suke  von  einem  vornehmen  mongolischen
Krieger  verfolgt  und  streckte  diesen  durch  einen  Pfeilschuss
zu  Boden.  Von  den  mongolischen  Gefangenen  erfuhr  man,  dass
dieser  Krieger,  der  seine  Verwundung  nicht  lange  überlebt  zu
haben  scheint,  Lieu-fö-biang,  dritter  Heerführer  der  Mongolen,
gewesen.
Auch  die  mongolischen  Anführer  hielten  an  diesem  Abende
in  ihrem  Lager  eine  Berathung  und  kamen  zu  dem  Schlüsse,
dass  ihnen,  besonders  da  der  Vorrath  der  Pfeile  zu  Ende  gegangen, ­
  nur  die  Rückkehr  in  die  Heimath  übrig  bleibe.  Als
jedoch  die  Verwundung  Lieu-fö-hiang’s  bekannt  ward,  stieg  das
ganze  Heer  noch  in  derselben  Nacht  eilig  in  die  Schiffe.  Vor
Anbruch  des  folgenden  Tages  erhob  sich  ein  heftiger  Sturm
mit  Regen,  die  Mehrzahl  der  Schiffe  wurde  zertrümmert  und
Tausende  fanden  in  den  Fluthen  den  Tod.  Auch  der  coreanische
  Heerführer  Kin-sien  fiel  in  das  Meer  und  ertrank.
Einhundert  zwanzig  Mongolen  wurden  den  nächsten  Tag  von
den  Japanern  auf  einer  nahen  Insel  gefangen,  in  die  Feste
Midzu-ki  geführt  und  enthauptet.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.