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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Zimmerm  ann.

Menschheit  zu  re'ailisirenden  Endzwecke  abhängig'.  Eine  von
Anfang-  feststehende  ,Bestimmung'  zeichnet  dem  vernunftlosen
wie  dem  vernunftbegabten  Geschöpf  seine  Entwicklung  vor,
die  in  der  vollständigen  Auswicklung  aller  in  demselben  gelegenen ­
  Keime  und  Anlagen  besteht.  Zur  Erreichung  dieses
Zweckes,  der  die  ,Naturabsicht'  ausmacht,  sind  die  Gesetze
der  Natur  und  dieser  gemäss  die  Erscheinungen  geordnet.
Von  der  theologischen  unterscheidet  sich  diese  teleologische ­
  Ansicht  der  Natur  und  Weltgeschichte  in  zwei  (allerdings ­
  wesentlichen)  Punkten.  Dieselbe  setzt  an  die  Stelle  der
göttlichen  eine  ,Naturabsicht'  und  lässt  den  Endzweck  aller
Menschengeschichte,  die  vollkommene  Entwicklung  der  Vernunftanlage ­
  nicht  an  den  Individuen,  die  ,insgesammt  sterben',
sondern  an  der  ,unsterblichen'  Gattung  sich  vollziehen.  Dagegen
hat  sie  den  Gegensatz  gegen  das  ,trostlose  Ungefähr'  (a.  a.  0.
S.  295)  und  den  ,epikurischen  Zusammenlauf  wirkender  Ursachen,
(a.  a.  0.  S.  302)  mit  jener  gemein.  Ersteres  ist  ihr  so  antipathisch,
dass  sie  für  den  ,Grundsatz':  alle  Naturanlagen  eines  Geschöpfes
sind  bestimmt,  sich  einmal  vollständig  und  zweckmässig  auszuwickeln, ­
  kein  schlagenderes  Argument  vorzubringen  für  nöthig
hält,  als:  wenn  wir  von  ihm  abgehen,  so  haben  wir  nicht  mehr
eine  gesetzmässige,  sondern  eine  zwecklos  spielende  Natur,
und  das  trostlose  Ungefähr  tritt  an  die  Stelle  des  Leitfadens
der  Vernunft.  Zwar  der  Möglichkeit,  dass  durch  den  ,ungefähren ­
  Zusammenstoss'  von  Staaten  wie  von  den  ,kleinen
Stäubchen  der  Natur'  unter  allerlei  versuchten  Bildungen,  die
durch  neuen  Anstoss  wieder  zerstört  werden,  auch  ,von  Ungefähr' ­
  eine  solche  gelingt,  ,die  sich  in  ihrer  Form  erhalten  kann',
vermag  sich  auch  Kant  nicht  zu  verscldiessen.  Allein  dies
nennt  er  ,einen  Glücksfall,  der  sich  wohl  schwerlich  (!)  ereignen
wird'!  Es  scheint  ihm  ,vernünftiger',  anzunehmen,  ,die  Natur
verfolge  hier  einen  regelmässigen  Gang,  unsere  Gattung  von
der  untern  Stufe  der  Thierheit  an  allmälig  bis  zur  höchsten
Stufe  der  Menschheit  zu  führen'.  Letztere  Annahme,  da  sie
dem  ,trostlosen  Ungefähr'  entgegenstellt,  hat  demnach  auch  den
Anspruch,  für  ,trostvoller'  zu  gelten.  Oder  wolle  man  ,lieber',
dass  aus  allen  diesen  Wirkungen  und  Gegenwirkungen  der
Menschen  im  Grossen  überall  nichts,  wenigstens  nichts  Kluges
            
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