Kant und die positive Philosophie.
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Gewerben, namentlich dem Handel, dadurch aber auch die
Abnahme der Kräfte des Staates im äusseren Verhältniss zu
fühlen. Da nun diese Freiheit ,immer weiter geht', die persönliche
Einschränkung im Thun und Lassen immer mehr aufgehoben,
die allgemeine Freiheit der Religion nachgegeben und
,mit unterlaufendem Wahn und Grillen' das ,grosse Gut', Aufklärung:
nach und nach bis zu den Thronen verbreitet und auf
deren Regierungsgrundsätze einflussreich wird, so lässt sich
hoffen, dass ,nach mancherlei Revolutionen der Umbildung'
endlich ,ein allgemeiner weltbürgerlicher Zustand als der
Schooss, worin alle ursprünglichen Anlagen der Menschheit entwickelt
werden, dereinst einmal zu Stande kommen werde'.
Da nun, wenn letzteres wirklich die ,höchste Absicht' der
Natur wäre, jenes im natürlichen Laufe der teleologischen Naturentwicklung
sich wirklich so ereignen müsste, so lässt sich aus
dem Factum seines wirklichen Bestandes umgekehrt schliessen,
dass Obiges wirklich die ,verborgene' Absicht der Natur mit der
Menschengattung sei. Angenommen nämlich, die grösstmögliclie
Entwicklung aller im Menschen schlummernden Anlagen sei
die Absicht der Natur, welche nur in einem vollkommensten
Staatswesen möglich ist, so ist nichts anderes zu erwarten, als
dass der wirkliche Lauf der Begebenheiten eine stetige Vervollkommnung
des letzteren aufweisen werde. Da nun dieses,
wie die Erfahrung (wenn auch nur ,in etwas Wenigem') zeigt,
wirklich der Fall ist, so ist damit auch bezeugt, dass jenes
wirklich die Absicht der Natur sei.
Man braucht nicht weit zu forschen, um dem Original
dieser Schlussweise, welche als ,transscendentale Dcduction' in
Kant’s Philosophie eine Hauptrolle spielt, auf die Spur zu
kommen. Der nächste Satz schon entdeckt die ursprüngliche
Quelle des Kant’schen Lieblingsverfahrens, durch das mit Vorliebe
angewendete Gleiclmiss der Himmelsbewegungen. Zwar
von dem Gange der Naturabsicht erschliesst die Erfahrung ,nur
etwas Weniges'; der Kreislauf derselben scheint so lange Zeit
zu erfordern, bis er sich schliesst, dass man aus dem kleinen
1 heil, den die Menschheit in dieser Absicht zurückgelegt, nur
unsicher die Gestalt ihrer Balm und das Verhältniss der Theile
zum Ganzen bestimmen kann. Doch aber nicht unsicherer, als