Kant und die positive Philosophie.
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der Naturabsicht, die ihnen selbst unbekannt ist, als an einem
Leitfaden fortgehen, und an derselben Beförderung arbeiten, an
welcher, selbst wenn sie ihnen bekannt würde, ihnen doch
wenig gelegen sein würde.
Das Wort ,Naturabsicht', ,planmässige Geschichte', dessen
sich Kant bedient, und das auf das Dasein einer intelligenten
Natur, welcher die ,Absicht' und der ,Plan' zugeschrieben
wird, als Voraussetzung hinzudeuten scheint, führt einen
Nebengedanken mit sich, welcher nicht nothwendig mit der
Behauptung, dass die Geschichte nach ,allgemeinen Naturgesetzen'
sich entwickle, verbunden sein muss. Es ist etwas ganz
anderes, anzunehmen, dass die scheinbar willkürlichen Handlungen
der Menschen sich dem Zeugniss der Erfahrung gemäss
unter gewisse (innerhalb bestimmter Grenzen) unveränderliche
Gesetze bringen lassen, als zu behaupten, dass diese Gesetze
selbst von der Art seien, dass sie einer vernünftigen Intelligenz
als ,Absicht' und ,Plan', d. i. als Mittel zur Durchführung
eines derselben würdigen Endzweckes der Geschichte untergelegt
werden könnten, .lenes würde auch dann der Fall sein,
wenn die auf dem Erfahrungswege gefundenen allgemeinen
Regeln (wie die Witterungsregeln) keinerlei andern Werth be~
sässen, als eben der Ausdruck einer gewissen beharrenden Beschaffenheit
scheinbar der Veränderlichkeit unterworfener Ereignisse
zu sein. Dieses dagegen scldiesst ein, dass die im
ersten Falle empirisch entdeckten ,Naturgesetze' sich aus
einem vorausgesetzten Weltendzweck, wie man ihn einer vernünftigen,
weltbeherrschenden Intelligenz allenfalls Zutrauen
darf, apriorisch als Mittel zu dessen Realisirung deduciren
lassen.
Der Gegensatz- beider Fälle wird klar aus dem von Kant
angeführten Unterschied zwischen Kepler’s und Newton’s Verdienst
um die Auffassung der gesetzlichen Ordnung der Himmelserscheinungen.
Die Natur, sagt Kant, brachte einen Kepler
hervor, der die excentrischen Bahnen der Planeten auf eine
unerwartete Weise bestimmten Gesetzen unterwarf; und einen
Newton, der diese Gesetze aus einer allgemeinen Naturursache
erklärte. Während der eine die Gesetze entdeckt, welchen die
Erscheinungen, entdeckt der andere das Weltgesetz, aus dem