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Ficker.
da sich ja nur in einem einzigen der erhaltenen Texte die ungeänderte
Fassung erhalten hat.
Es bedarf nun kaum eines Hinweises, wie überaus wichtig
gerade diese Umstände für die Bestimmung der Entstehungszeit
sind. Das, was den Verfasser bestimmte, Kurstimme und
Schenkenamt nicht mehr dem Könige von Böhmen zuzusprechen,
muss in die Zeit fallen, wo er mit seiner Arbeit beschäftigt
war; und da sich die entscheidende Stelle in einem spätem
Tlieile findet, muss das Werk seihst bald nachher vollendet
sein. Um so wichtiger ist es, die veranlassende Thatsache
festzustellen.
In dieser Beziehung ist hingewiesen auf die Wahl Richards,
auf die Wahl Rudolfs, und auf den Augsburger Reichstag von
1275. Glaube ich mich für das letztere entscheiden zu sollen,
so wird es nicht nöthig sein, genauer auf die Frage der haierisclien
Kur einzugehen. Gerade darüber ist in letzter Zeit so
viel geschrieben, dass eine Einsichtnahme der bezüglichen
Arbeiten und der in ihnen angeführten Belege leicht Jeden in
den Stand setzen wird, sich selbst ein bestimmteres Urtheil
darüber zu bilden, in wie weit die für meine Ansicht massgebenden
Gesichtspunkte den uns erhaltenen Quellenzeugnissen
entsprechen, wenn ich sie auch zum Theil nur kurz andeute.
Die Wahl Richards kann, wie ich denke, gar nicht in
Frage kommen. Es handelt sich hier ja nicht darum, seit
wann eine Veranlassung vorlag, dem Herzoge von Baiern überhaupt
eine Stimme bei der Wahl zuzusprechen; dazu hätte
nüthigenfalls die Theilnahme Heinrichs an der Wahl Richards
genügen mögen. Auch nicht darum, seit wann von einer Siebenzahl
ausschliesslicher Kurfürsten die Rede sein konnte; es ist
zweifellos zuzugeben, dass dieser Umstand die Annahme der
Abfassung schon unter Richard in keiner Weise verbieten würde.
Die Frage ist vielmehr genauer dahin zu stellen, seit wann finden
Verfasser Veranlassung vorlag, dem Herzoge von Baiern
eine von den schon auf die geschlossene Siebenzahl abgegränzten
Stimmen, und zwar gerade diejenige zuzuschreiben,
welche man anderweitig dem Böhmenkönige zugestand. Dass
dazu aber die Wahl Richards keinen Anlass bieten konnte,
wird nach dem gegenwärtigen Stande der Forschung keiner
nähern Begründung bedürfen. Hatte früher insbesondere Busson,