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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Ueber  die  Entstelmngszeit  des  Schwabenspiegels.

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al  Franken  swer  der  ist,  der  sein  undertan  ist.  Und  git  im  der
chunicli  den  gewalt,  daz  er  den  pan  lihet,  so  hat  der  scheuch
reht,  daz  er  den  pan  lihet  über  al  Swaben  vnze  an  den  Rein  und
biz  durh  die  berge  vntz  enhalb  Triende  ein  mile.  So  hat  der
phalnzgrave  von  dem  Rein  gewalt  den  pan  ze  lilien  iensit  Reins
vntz  für  Metz  ein  mile  und  vntz  an  die  Use  und  in  Flandern
laut.  —  Dise  ere  und  ditze  rehte  liabent  die  dri  fürsten,  so  der
chunicli  von  tutschem  lande  ist  und  so  daz  liehe  an  chunicli ­
  ist.
Alle  andern  mir  bekannten  Texte  weichen  hier  insbesondere ­
  dadurch  ab,  dass  sie  statt  des  Schenken  nochmals  den
Marschall  nennen.  Da  die  Stelle  ganz  selbstständig  ist,  so  gibt
der  Deutschenspiegel  keinen  Anhalt.  Ist  S.  eine  der  beachtenswertheren
  Handschriften,  so  würde  doch  ihr  Ansehen  an  und
für  sich  in  keiner  Weise  massgebend  sein  können.  Aber  eine
Erwägung  des  Inhaltes  und  der  Fassung  der  Stelle  selbst  in
Verbindung  mit  der  Berücksichtigung  noch  anderweitiger  Textabweichungen ­
  scheint  mir  mit  voller  Sicherheit  die  Ursprünglichkeit ­
  der  Lesart  in  S.  zu  erweisen.
Dass  der  Herzog  von  Sachsen  als  Marschall  nicht  blos
in  Norddeutschland,  sondern  auch  in  Schwaben  und  Tirol  den
König  vertreten  solle,  ist  doch  etwas  so  Ungereimtes,  dass  das
bei  nachlässiger  späterer  Aenderung  des  Textes  stehen  bleiben
mochte,  schwerlich  aber  ein  selbstständig  schreibender  Verfasser
darauf  verfallen  konnte.  Den  Werth  der  gesammten  Stelle
genauer  zu  prüfen,  wird  hier  nicht  unsere  Aufgabe  sein.  Ich
glaube  nicht,  dass  ihr,  etwa  vom  Pfalzgrafen  abgesehen,  feststehendes ­
  Reichsherkommen  zu  Grunde  lag,  möchte  annehmen,
dass  der  Verfasser  sich  da  wohl  nur  durch  einen  Einzelvorgang,
von  dem  er  überdies  nur  ungenaue  Kunde  haben  mochte,  bestimmen ­
  liess.  Ohne  darauf  für  die  Zeitfrage  Gewicht  zu  legen,
mag  daran  erinnert  werden,  dass  der  König  1275  einen  Zug
nach  Italien  beabsichtigte.  Kam  etwa  auf  dem  Augsburger
Tage  die  Vertretung  des  Königs  während  seiner  Abwesenheit
zur  Sprache,  so  liegt  die  Annahme  nahe,  dass  man  dafür  zunächst ­
  des  Königs  Schwiegersöhne,  den  Pfalzgrafen  und  den
Herzog  von  Sachsen,  in  Aussicht  nahm  und  das  auf  die  Angabe ­
  eingewirkt  hat.  Mag  das  aber  richtig  sein  oder  nicht,
eine  Theilung  der  Vertretung  des  Königs  in  der  Weise,  dass
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