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Ficker.
sich entschließen, auch den Hoftag in die Reichsstadt Nürnberg
auszuschreiben.
Es fehlt weiter in dieser Zeit auch nicht an sonstigen
Andeutungen einer Spannung mit den Bischöfen. Lediglich
mit den baierischen Bischöfen von Salzburg, Passau und Regensburg
linden wir im August den König in engeren Beziehungen,
der ihnen Gnadenbriefe ertheilt. Das erklärt sich durch die
gemeinsamen Interessen gegen den Böhmenkönig; doch mag
auch das zu beachten sein, dass Salzburg und Passau überhaupt
nicht zu den Städten gehörten, in welchen der König-Hof
zu halten pflegte, während für den Besuch von Regensburg,
wo überhaupt schon seit langer Zeit nur selten noch
Hoftage gehalten wurden, die Beziehungen des Königs zum
Herzoge wohl mehr ins Gewicht fielen, als die zum Bischöfe.
Dagegen fehlen alle Gunstbriefe für andere Bischöfe. Und
wenn der König kurz vor dem Nürnberger Tage den Bürgern
von Köln, deren Erzbischof eben gestorben war, feierlich zusichert,
nicht dulden zu wollen, dass ihr Erzbischof sie vergewaltige
oder bedrücke, so lange sie bereit seien, vor dem
Könige zu Rechte zu stehen (Lacomblet U. B. 2, 399), so ist
das doch kaum anders aufzufassen, als dass Rudolf sich nach
Bundesgenossen umsah für den Fall, dass die Verhandlungen
zu Nürnberg nicht zum erwünschten Ziele führen sollten. Auch
der Erzbischof von Mainz war eben damals mit seinen Bürgern
in heftiger Fehde. Musste der König auch wünschen, mit den
Bischöfen zu einem Einvernehmen zu gelangen, so lagen die
Sachen doch keineswegs so, dass er genöthigt gewesen wäre,
dasselbe durch Gewährung jeder Forderung zu erkaufen; das
Bedürfnis einer Verständigung dürfte auf der andern Seite
nicht geringer gewesen sein.
Mit unseren bisherigen Annahmen stimmt nun wieder
alles aufs genaueste, was wir über den Nürnberger Tag wissen.
Hieher fällt zweifellos das im Schwabenspiegel erwähnte Nachgeben
der Bischöfe. Schon das ist schwerlich Zufall, dass zu
Nürnberg nur ein Laienfürst, aber zwölf Pfaffenfürsten anwesend
waren; es wird danach doch von vornherein festgestanden
haben, dass es sich vorzugsweise um Angelegenheiten
dieser handeln werde. Der König erreichte einmal Unterstützung
des gegen den Böhmenkönig beabsichtigten Vorgehens.