Ueber die Entstehungszeit des Schwabenspiegels.
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letzteres zu erweisen, so würde der Hergang kaum noch einem
Zweifel unterliegen können; eine von der Handschrift ganz
unabhängige Familientradition würde zur Fertigung der unechten
Inschrift benutzt sein, es würde jeder Grund für die
Annahme entfallen, es habe sich au die Handschrift auch nur
eine mündliche Familienüberlieferung angeknüpft. Ich gestehe,
dass ich mir da ein sicheres Urtheil nicht erlauben möchte.
Die Worte aus Zircli seinem herrn, die sich hier auf Heinrich
beziehen, scheinen allerdings der Beziehung auf Rüdiger, wie
sie sich in der Inschrift findet, besser zu entsprechen und
demnach darauf zu deuten, dass diese spätere Notiz aus der
Inschrift unter Weglassung des auf die Handschrift Bezüglichen
entnommen wurde. Müsste dabei das Missverstehen der deutlichen
Angaben der Inschrift auffallen, so wäre andererseits
doch auch die ursprüngliche Beziehung jener Worte auf Heinrich
nicht gerade undenkbar, zumal wenn wir etwa annähmen,
der Verfasser der Inschrift habe bei Benutzung der Notiz die
Angabe nicht auf Rüdiger, sondern auf Heinrich beziehen
w r ollen und nur übersehen, das er damals seiner Vorlage in
ich damals zu ändern. Dann aber, und das scheint mir wichtiger,
können die Nachrichten über Stefan überhaupt nicht der
Inschrift entnommen sein, während sie doch andererseits schon
in der Vorlage mit den Nachrichten über Heinrich verbunden
sein mussten, da beide als Vater und Sohn in Verbindung gesetzt
sind. Und weiter wird diese Vorlage lediglich die Nachrichten
über Heinrich und Stefan enthalten haben, da die weiter
folgenden Familiennachrichten aus einer uns bekannten Q,uelle,
den Eintragungen in die Handschrift des Konrad von Megenberg
entnommen sind.
Nach allem Gesagten dürfte der Hergang etwa folgender
gewesen sein: Eine früher dem Rüdiger Maness gehörige Handschrift
wurde in späterer Zeit von einem Preckendorfer erworben.
Da sich in der Familie eine Ueberlieferung von einem
Ahnherrn vorfand, der unter Rudolf von Habsburg in der
Schweiz gekämpft, so brachte ihn das auf den Gedanken, der
Handschrift für die Familie grössere Bedeutung zu geben, indem
er eine Inschrift fälschte, wonach der in der Handschrift
als früherer Besitze]' erwähnte Bürger von Zürich sie jenem
Ahnherrn schenkte. Er benutzte dazu eine in der I amilie