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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Ueber  die  Entßteliungszeit  des  Scliwabenspiegels.

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erschöpft,  was  sich  zu  Gunsten  der  Glaubwürdigkeit  jener  Inschrift ­
  geltend  machen  lässt.
Gehen  wiz*  zu  den  Bedenken  über.  Dass  Hei'r  Rü  d  i  g  ei*
sich  schon  in  verhältnissmässig  jungen  Jahren  eine  solche  Handschrift ­
  fertigen  Hess,  mag  sein;  sie  gibt  uns  dann  eben,  wie
auch  Rockinger  bemerkt,  den  Beweis,  wie  früh  er  neben  kriegerischem ­
  und  politischem  Treiben  doch  auch  friedlichem  Bestrebungen ­
  zugewandt  war.  Eher  mag  es  auffallen,  dass  er
sich  so  bald  von  einer  Handschrift  wieder  trennen  mochte,  die
eigens  für  ihn  gefertigt  war,  auf  die  er  doch  gewiss  in  einer
Zeit,  wo  die  Abschriften  des  Rechtsbuches'  noch  schwerlich
leicht  zu  haben  waren,  besondere  Werth  legte.  Und  auch  das
mag  auffallen,  dass  er  die  Handschrift  eines  Rechtsbuches  als
das  passendste  Geschenk  für  einen  Kriegskameraden  betrachtete,
der  in  spätere  Zeiten  bedauert,  dass  Schlachten  und  Blutvergiessen
  den  Hauptinhalt  seines  Lebens  bildeten.
War  der  Preckendorfer  seit  1264  beim  Grafen  Rudolf,
so  dürfte  er  doch  auch  an  der  Fehde  gegen  Peter  von  Savoien
1265  betheiligt  gewesen  sein.  Erwähnt  er  diese  nicht,  so  mag
sich  das  allerdings  genugsam  daraus  erklären,  dass  er  eben  nur
von  der  Fehde  sprechen  will,  während  der  er  von  Herrn  Rüdiger ­
  die  Handschrift  verehrt  erhielt.  Dann  aber  scheint  er
die  Fehde  gegen  die  Regensberger  im  Jahre  1267  mit  der  Fehde
gegen  den  Bischof  von  Basel  und  die  Toggenburger  zusammenzuwerfen, ­
  welche  erst  im  Jahre  seines  Abzuges  zum  Ausbruche
kam.  Freilich,  so  genau  sind  wir  über  diese  Dinge  nicht
zznterrichtet,  dass  sich  da  nicht  vielleicht  alles  leicht  ordnen
würde,  wenn  uns  die  vom  Preckendorfer  erwähnten  Schriften
noch  zu  Gebote  ständen.  Bedauei’t  Rockinger  wiederholt  den
Verlust  des  Reisbuches,  so  würde  mir  da  das  ihm  vom  Gi’afen
Rudolf  von  Habsburg  ausgestellte  Dienstcertificat  kaum  von
geringerem  Interesse  sein.  Insbesondere  auch  desshalb,  weil
mir  etwas,  was  sich  diesem  schriftlichen,  redlichen  und  gnädigen
Abschied  an  die  Seite  stellen  Hesse,  bisher  erst  im  folgenden  Jahrhundert ­
  aufgefallen  ist  zznd  auch  da  nur  in  Italien,  wo  der
handwerksmässige  Söldnerdienst  zur  vollsten  Entwicklung  gelangt ­
  war.
Doch  waren  es  in  keiner  Weise  derartige  Erwägungen,
welche  mich  von  vornherein  jener  Inschrift  misstrauen  Hessen.
            
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